Die Geschichte des Trecker Treck Edewecht e.V. begann dort, wo man es eigentlich nicht vermutet, in einer Discothek in Edewecht. Die Frage unter Landwirten, wer hat den stärksten Trecker im Dorf ist fast so alt wie die Landwirtschaft selbst.

Im Winter 1985 schlossen Bernd Marken, Erbauer und Fahrer des späteren Super Stock Tractors "Cäsar" und Enno Claußen eine derartige Wette ab.

Am 8. April 1986 war es dann so weit. Der Deutz von Bernd Marken trat gegen den den FIAT Agri von Enno Claußen an. Austragungsort war eine Wiese in der Straße "Im Vieh" in Edewecht. Die Wette hatte sich natürlich in Windeseile im Dorf herumgesprochen und so fanden sich an diesem kalten Aprilsonntag ungefähr 50 Leute ein um das Spektakel zu verfolgen. Da es keinen Bremswagen gab um die Kraft der Traktoren zu messen hatte man sich etwas Besonderes einfallen lassen. Not macht erfinderisch und das war in Edewecht schon immer ein besonderes Talent. Auf einem Tieflader stand ein Trecker, der Luft zum bremsen erzeugte. Nach einer gezogenen  Strecke von 10 Metern wurde der Schlauch für die Luftdruckbremse zwischen Trecker und Tieflader von Hand getrennt. Der jetzt fehlende Luftdruck leitete den Bremsvorgang des Tiefladers ein. Nun galt es für die Teilnehmer den bremsenden Tieflader möglichst weit zu ziehen. Am Schluß hieß der Sieger Werner Kruse aus Portsloge mit seinem MF. Die Wette zwischen Bernd und Enno entschied aber Enno ganz klar für sich. Am Ende des Tages traf man sich dann in einer Edewechter Gaststätte. Hier wurde bei einer ausgelassenden Siegesfeier viel gefachsimpelt. Einer hatte da auch schon etwas über Trecker Treck oder Tractor Pulling gehört. Schnell wurde man sich einig den Wettbewerb zu wiederholen. An diesem Abend entstand auch die Idde einen Bremswagen zu bauen um allen Teilnehmern gleiche Wettbewerbschancen zu ermöglichen.

1987 war dann das Geburtsjahr des Trecker Treck Edewecht e.V. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten: Enno Claußen, Rainer Krüger, Thomas Gerdes-Röben, Bernd Marken, Fred Jürgens-Tatje (besser bekannt als Harley-Fred) und Jens Lammert der später leider verstarb. Als erste Aufgabe setze man sich das Ziel einen Bremswagen zu bauen. Als Unterbau fand ein LKW-Rahmen Verwendung. Der Gewichtskasten, die so genannte Back, wurde von einem Opel Rekord Motor angetrieben. Als Bremskufe diente ein altes, durchgeschittenes 2.000 Liter Heizölfass. Das Fass wurde wurde mit Beton und Kernschrott erschwert um auch größere Traktoren zum stehen zu bringen. Später musste man jedoch feststellen, dass das Fass viel zu schwer geworden war. Mit Hilfe eines Borhhammers wurde ein Teil des Betons und des Kernschrotts wieder entfernt. Dabei fanden sich etliche "Luftlöcher" im Beton die beim genauen Hinsehen die Form von Bierflaschen hatten. Die genauen Baukosten des ersten Edewechter Bremswagens ließen sich später nicht mehr ermitteln. Da aber der Opa von Enno Claußen am Abend immer die Werkstatt aufräumte war man sich allerdings einer Sache ganz sicher. Ungefähr !!! 1.500 !!! Bierflaschen wurden während der Bauphase verbraucht.

Der erste Bremswagen aus Edewecht!

Im Herbst 1988 fand dann das 1. Offizielle Wettkampfziehen für Standardschlepper in Edewecht statt. Austragungsort war ein abgemähtes Maisfeld an der Straße "Am Espergöhlen". Ungefähr 200 Zuschauer waren gekommen um das Ereignis zu verfolgen. Der Eintrittspreis betrug 1 DM, Kasse und Wettkampfbüro war ein Viehwagen. Als Sprecher der Veranstaltung wurde Jens von Aschwege auserkoren. Fahrer des Bremswagens war seinerzeit schon Rainer Krüger der wenig später seinen Spitznamen "Sunshine Rainer" in der Tractor Pulling Scene erhielt. War er doch unter anderem auch für die gute Laune im Team verantwortlich. Zum ersten Mal schnupperten die Zuschauer "richtige Tractor-Pulling Luft" als "Little Lady", ein selbst gebauter Mini Puller mit ca. 300 PS an den Start ging. Die Zuschauer bekamen die Augen gar nicht mehr zu nachdem die Little Lady über die Bahn geflogen war.

Little Lady im Wettkampf

Die Teammitglieder des ersten richtigen Tractor Pulling Rennfahrzeuges aus Edewecht waren: Jens von Ascwege, Stefan Freese, Bernd Freese, Peter Frerichs und Frank Gersema. Die "Little Lady" war zwei Jahre sehr erfolgreich in der deutschen Meisterschaft unterwegs. Daher nahm man gleich 1988 an der Europameisterschaft in Frankreich in der Nähe von Paris teil mit einen schönen Abschluß im Mittelfeld. Das Bremswagenteam und die Männer um Little Lady bildeten später auch das "neue Bremswagenteam". Entschied man sich doch mit der Little Lady 1990 aus dem Wettkampf auszusteigen da dann das sehr teure Wettrüsten begann mit Leistungen jenseits der 1000 PS. Dazu brauchte es ein ganz dickes Portmonaie und die Matereialschlacht dazu wurde enorm.

1989 suchte man ein neues Gelände, ging es doch am Espergöhlen sehr eng zu. Es erfolgte dann der Umzug auf das Gelände rund um den Bauernhof Willms am Göhlenweg. Noch heute finden dort die Läufe zur Deutschen Meisterschaft im Tractor Pulling statt. Bevor die Trecker seinerzeit an den Start durften wurden sie vorher bei der Raiffeisenwaren-Genossenschaft in Süd-Edewecht gewogen und in vier Gewchtsklassen eingeteilt. Anschließend rollte man im Konvoi zum Veranstaltungsgelände. Manch einer, der von dem Wettkampfziehen nichts mitbekommen hatte, sah darin eine nicht angemeldete Demonstration von Landwirten. Ca. 40 Trecker bis zur 7 Tonnen Klasse nahmen an diesem Tag teil. Es stellte sich bald heraus das der Bremswagen sich schon ziemlich am Limit bewegte. Neue Ideen waren auch schon gefunden und schöner sollte er auch werden. Also entstand schon nach kurzer Zeit Bremswagen Nummer 2 für Standardtraktoren in Edewecht.

Das Jahr 1992 sollte ein wichtiges Jahr in der Entwicklung des Trecker Treck Edewecht e.V. werden. Es war das Geburtsjahr des bereits 3. Edewechter Bremswagens. Ab jetzt wollte man mit den großen Jungs spielen. Das große Tractor Pulling war jetzt sehr stark in Deutschland vertreten. Reglemäßig schauten Vereinsmitgliedern bei Wettkämpfen zu. Da wollte man mitmachen, natürlich mit Bremswagen. Als Grundlage diente hier der alte Bremswagen von Gerd Pott aus Jülich. Dieser Bremswagen war schon im "großen" Tractor Pulling zusammen mit Dachverband, der DTTO e.V. ( Deutsche Trecker Treck Organisation ) unterwegs gewesen und stand zum Verkauf. Nach Besichtigung und Verhandlungen bei Bier und Wurst wurde der Bremswagen gleich mitgenommen. Nach einem radikalen und vollständigen Umbau war auch dieser Bremswagen fit für die nächsten Jahre. Entwickelten sich die Leistungen der Tractoren doch stetig weiter nach oben. Als man im Frühjahr 1992 fertig war fragte man in Füchtorf an ob man mal nach der Veranstaltung vor Ort mit einen großen Tractor testen könnte. Kein Problem hieß es und man machte sich völlig nervös am letzten April Wochenende auf nach Füchtorf. Dort angekommen packte man gleich die Videokamera aus und wollte alles genau dokumentieren. Vom Abladen über das Einstellen bis zum Aufladen sollte alles auf dem Film sein. Kurz nachdem abladen hört der Film allerdings schlagartig auf. Als die Kamera wieder einschaltet sieht man nur noch einen völlig verdreckten Bremswagen und abgekämpfte Jungs. Der ursprüngliche Bremswagen der vor Ort war ging kaputt und somit musste das Edewechter Team sich gleich auf der größten Veranstaltung in Deutschland beweisen. Ab ins kalte Wasser war die Devise. Und das wurde prima gemeistert, Feuertaufe mit Bravour bestanden! Bis heute schwelgen noch die Erinnerungen an die gute, alte "Oma" wie der Bremswagen liebevoll genannt wurde.

Am 2. August 1992 war es dann soweit, in Edewecht fand erstmalig ein Lauf zur Deutschen Meisterschaft im Tractor Pulling statt. Über 5.000 Zuschauer aus dem In- und Ausland waren nach Edewecht gekommen um der Veranstaltung beizuwohnen. das Gelände platze aus allen Nähten, jeder wollte das Spektakel sehen. Es trafen sich auch gleich die Spitzen Tractoren in Edewecht. Sieger auf dieser Veranstaltung waren so bekannte Renntractoren wie "Museums Killer", der spätere Europameister der 5,4 Tonnen Klasse, "Rowdy" oder auch der "It Kypmanstje" aus den Niederlanden.

1993 war das Jahr des "großen Regens". Es erschien fast unmöglich unter diesen Bedingungen eine Veranstaltung durchzuführen. Es wurden Gräben gezogen, Wasser abgepumpt, Fahrgassen ausgebagert, Strohballen ausgerollt und noch vieles mehr um einigermaßen das Gelände betreten zu können. Die Zuschauer kamen in Scharen. Und was keiner für möglich hielt, unter großen Einsatz der Mitglieder und Helfer gelang es den Lauf zur Deutschen Meisterschaftslauf vollständig abzuwickeln. Vielen ist bis heute noch der verregnete Sonntag im August 1993 in Erinnerung.

1996 liefer der 4. Bremswagen aus Edewecht vom Stapel.

Der "Red Shadow" (Roter Schatten) wurde geboren.

Viele Hinweiße, Tips und Anregungen hatte man sich bei anderen Bremswagenbetreibern geholt, u.a. auch von Kamiel Stuer aus Belgien. Es dauerte gar nicht lange und der Red Shadow bekam auch die europäische "Gold Abnahme" der ETPC ( European Tractor Pulling Committee). Somit war auch die Startberechtigung für ausländische Läufe und auch Europameisterschaften oder Euro Cups sichergestellt. 

Red Shadow der Erste

Man war sich dessen nicht so bewußt, aber man wurde immer mehr zu einer festen Größe im Tractor Pulling Sport und die Terminbücher für die Bremswagen füllten sich von Jahr zu Jahr immer mehr. Seit mehreren Jahren sind die Mitglieder des Trecker Treck Vereins jetzt also nicht nur mit der Ausrichtung ihrer eigenen Veranstaltung beschäftigt. Mittlerweile ist man schon mit beiden Bremswagen auf vielen Veranstaltungen in Deutschland und Europa vertreten und sorgt dafür das die PS-Giganten von bis zu 10.000 PS zum Halten gebracht werden. Zwar hat man auch einen Vorstand, wie es sich nunmal bei einem Verein gehört, aber beim Edewechter Team zählt nicht der einzelne sondern das ganze Team steht im Mittelpunkt. Der Vorstand organisiert, koordiniert und hält die Jungs zusammen, das ist es was beim TTE e.V. zählt. Für die Jungs zählt Qualität auf anderen und der eiegenen Veranstaltung. Worte wie Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit spiele eine große Rolle. Dies zeigt sich auch daran, dass im Verein kaum ein Mitgliederwechsel statt findet. Ist man einmal dabei hat Dich der Bremswagenvirus gefangen.

1998 kam es zu einem größeren Unfall auf der eigenen Veranstaltung. Zehn Zuschauer wurden verletzt, als eine der beiden Flugzeugturbinen eines niederländischen 6.000 PS Tractors explodierte und Turbinenteile in die Zuschauermenge flogen. Rundfunk- und Fernsehanstalten berichteten promt über diesen Vorfall. Daraufhin erfolgten umfangreiche Änderungen im Sicherheitsbereich, bei Sicherheitseinrichtungen und Reglement der Tractoren. Seitdem ist es zu keinem größeren Zwischenfall bei Tractor-Pulling Veranstaltungen mehr gekommen.

2001 gab es die ersten vagen Überlegungen zu einem Neubau eines Bremswagens. Da die "Oma" nicht mehr in den besten Jahren war und auch schon einiges durchgestanden hatte, wurde es langsam Zeit sich was neues zu beschaffen.Auch gelang man mit der Bremskraft der Oma so langsam an die Grenzen. Schließlich legten die Tractoren jedes Jahr noch eine Schüppe voll PS obendrauf. Die Erfahrungen mit den Bremswagen für Trecker Trecks, der "Oma" und dem "Red Shadow" hatte man nun auch gesammelt. Dieses Wissen sollte jetzt mit in den Neubau einfließen. Ein paar Vereinsmitglieder waren auch schon zu Besuch in den USA gewesen und dabei wurden die dort eingesetzten Bremswagen genau unter die Lupe genommen. Als sich  alle einig waren wurde dann aus dem Team Jäger und Sammler. Insbesondere der Wunsch nach einer Tandemachse ohne Außenplaneten gestalltete sich anfangs schwierig bei der Suche. Laufen diese Achsen doch sehr leicht los, ideal also für einen Bremswagen. Wie so oft wird man dann in solchen Fällen eher bei unseren niederländischen Nachbarn auf einem riesen Schrottplatz fündig. Abseits einer ca. 3 Meter hohen und 20 Meter langen "Wand" aus zig verschiedenen Achsen und Achsteilen wurde doch noch eine Scania Achse, die exakt den Vorstellungen entsprach, gefunden. Aus der "Achswand" wurde dann auch noch eine Rockwell Achse für den Backantrieb gefunden. Aus einem 10 Meter breiten und 5 Meter hohen "Getriebehaufen" wurde zudem noch ein passendes Fullergetriebe und ein Allradgetriebe herausgefischt was beides für den Back- und Fahrantrieb benötigt wurde. Unglaublich zu lesen, aber so war es. Länger und schwieriger war da die Suche nach den gewünschten Motor für den Antrieb des Bremswagens. Ein lufgekühlter Deutz 6-Zylinder sollte es werden, ideal für den wenigen und engen Einbauplatz. Nach mehreren Misserfolgen erfuhren wir von einem fast ausgeschlachteten Mengele Häcksler wo das begehrte Herz noch verbaut war. Kurze Verhandlung, Schraubenschlüssel unter den Arm geklemmt und zwei Wochen später stand der Motor in der TTE Werkstatt. Noch auf dem Pkw Anhänger stehend, mit einer umgedrehten Raddkappe als Tank (was anderes war vor Nervosität nicht schneller greifbar) und einem Überbrückungskabel von einem Lkw wurde der Deutz zum Leben erweckt, erster Probelauf. Das Gerät läuft, auf Schlag!!!!

Nach und nach kamen immer mehr Teile in der Werkstatt zusammen und am Ende der Saison 2004 begann man den neuen Bremswagen zu bauen.

Unser Egon

Im Dezember 2004 erhilet der Verein einen schweren Schicksalsschlag. Unser langjähriges und treues Mitglied Egon Kruse wurde bei einem Arbeitsunfall tödlich verletzt. Er hat unseren Verein maßgeblich geprägt und das Tractor Pulling und den TTE wirklich gelebt und geliebt!

Wir haben ihm viel zu verdanken und werden ihn nie vergessen!

Ruhe in Frieden alter Freund!

Am 21.05.2006 war es dann soweit! Nach knapp 1,5 Jahren Bauzeit und ganzen 4300 Arbeitsstunden stand er das erste mal auf der Bahn in Seifertshofen, der neue und schon mittlerweile 5. Bremswagen des TTE!

Sein Name: Red Shadow SE (Second Edition).

Den ersten Einsatz meisterte er mit Bravour und bekam gleich am Ende der Saison 2006 die Gold Abnahme, alle waren begeistert. Somit stand dem internationalen Einsatz dann ab der Saison 2007 nichts im Wege. Bis heute noch gilt er in Fahrerkreisen wie auch bei Veranstaltern und Pullingexperten als einer der besten Bremswagen Europas. Seitdem ist der TTE quer durch Europa unterwegs und gerne gebucht. Von Finnland bis Itlaien, von den Niederlanden bis Ungarn hat man schon so ziemlich jedes Land mit dem Einsatz der beiden Bremswagen auf Europameisterschaften, Euro-Cups (Champions League der Tractor Puller) wie auch nationalen Meisterschaftsläufen unterstützt.

Red Shadoe SE in Seifertshofen auf der Bahn

Am 11.06.2006 hieß es Abschied von unserer guten. alten "Oma" nehmen. Nachdem die Veranstaltung bei den dem Motorsportclub Wendeburg zuende gebremst war, die neuen Besitzer eingewießen und eine letzte Bratwurst im Schatten der guten, alten Oma gegrillt wurde ging es mit leeren Tieflader wieder nach Hause. Sie wurde in gute Hände an die Wendburger übergeben, die schon lange an einer Übernahme interessiert waren. Noch heute ist sie dort im Einsatz bei den Trecker Treck Veranstaltungen.

Unsere "Oma"

Ganz nebenbei feierte man auch noch 20 Jahre Tractor Pulling in Edewecht. Jede Menge Gaststarter wurden eingeladen, ein PS Spektakel der Superlative wurde geboten. Und  am Samstag Abend ließ man es auf der Open Air Party krachen. Zum Jubiläum war die Norddeutsche Kultband "Torfrock" arangiert worden. Mit Songs wie „Volle Granate Renate“, „Rollo, der Wikinger“, „Presslufthammer-Bernhart“ und „Beinhart wie’n Rocker“ machten sie Furore. Als die ersten Tractor Motoren am Sonntagmorgen warm liefen fand auch der letzte Partybegeisterte nach Hause.

Im Frühjahr 2007 waren wieder ein paar Mitglieder des TTE in den USA unterwegs um sich dort mal wieder Tractor Pulling anzugucken, hat man ja nie genug von. Naja und dabei wurden dann so ganz nebebei mal wieder ein paar Bremswagen genau unter die Lupe genommen. Es juckte wieder in den Fingern und der es war eh der Umbau des ersten Red Shadows für den Herbst geplant. Also sammelte man ein paar Ideen ein die vielleicht auch an unseren Bremswagen umzusetzen sind oder anregen für ganz andere Wege. Davon gab es nach der Rückkehr genug, es wurde viel diskutiert, gezeichnet und gerechnet. Und schon wurden wieder Augen und Ohren aufgehalten und die Teilejagd begann erneut. Als Highlight waren wir dann mal wieder zu Gast im ZDF Fernsehgarten. Mit ein paar Teams der DTTO (Deutsche Trecker Treck Organisation) hieß es Tractor Pulling live im Fernsehen zu zeigen. Wieder eine große Herausforderung, aber alle anwesenden haben einen tollen Job gemacht!

Red Shadow geschlachtet kurz vorm auseinanderbrennen

Im Winter 2007 wurde dann der erste Red Shadow komplett umgebaut. Und auch am Second Edition musste viel gemacht werden. Grund hierfür war ein neues Reglement der ETPC (European Tractor Pulling Committee) mit gravierenden Änderungen bei Sicherheitseinrichtungen, Rahmen etc. für Bremswagen im Tractor Pulling. Die Umbauten mussten von allen Bremswagenteams in der Winterpause durchgeführt werden. Diese waren ab der Saison 2008 pflicht, wer das nicht schafft bekam keine Startfreigabe. Also wurde in die Hände gespuckt, es gab viel zu tun. Schnell wurde uns beim ersten Red Shadow klar, mit ein paar Änderungen in Elektrik und Aufbau ist das nicht so schnell getan und schon gar nicht einfach. Man entschied sich für einen radikalen weg. Das Hinterteil, also der Fahrerstand und die Kufe wurden behalten und radikal vom alten Rahmen abgebrannt. Diese Teile wurden dann an einem komplett neuen Rahmenbau verwendet. Elektrik und Hydraulik wurden in diesem Zuge auch gleich auf den neusten Stand gebracht. In nur kanpp 6 Monaten entstand eigentlich ein komplett neuer Bremswagen. Viele Tage und Nächte gingen hier in der Werkstatt ins Land, aber alle waren sich einig, das kriegen wir hin. Und so war es dann.

Pünktlich zum Saisonstart 2008 in Füchtorf am letzten April Wochenende stand er wieder auf der Bahn. Die letzte Schraube wurde am Samstagmorgen kurz vor der Abfahrt festgezogen. Der Stapellauf ging ohne größere Probleme von sich. Ein paar Kinderkrankheiten galt es noch auszutreiben und im Laufe der Saison wurde das ein oder andere auch noch optimiert. Die Gold Abnahme durch die ETPC blieb ihm erhalten und es wurde eine für uns sehr erfolgreiche Saison. Beim Red Shadow SE waren nur minimale Umbauten nötig, hatte man doch schon sehr gut gebaut und die Änderungen im Reglement waren mehr oder weniger schon vorhanden.

Größte Herausforderung der neuen Sicherheitseinrichtungen war das automatische Notaus. In Zukunft war es Pflicht, das sobald die Back auf dem Bremswagen stehen bleibt oder gar nicht anläuft musste das Notaus automatisch ausgelöst werden. Somit sollen wertvolle Sekunden vermieden werden, bevor ein Bremswagenfahrer merkt das die Back nicht vorläuft und der Tractor schon auf ein Höchstspeed beschleunigt hat. Savety first heißt die Devise!  Eine Herausforderung die sich unsere Elektrikabteilung gerne stellte. Es wurden die Köpfe zusammen gesteckt, wie kann man das sicher und zuverlässig lösen? War es doch nicht einfach. Der komplette Antriebsstrang musste also irgendwie Drezahlüberwacht werden und die die Werte in einem Steuergerät abgeglichen werden. Drehzahlfühler, Näherungsschalter und jede Menge Kabel wurden verbaut. Und auch das wurde erfolgreich gemeistert. Das Notaussystem aus Edewecht ist mittlerweile weltweit im Einsatz, da auch andere Bremswagenteams hiervon überzeugt sind.

Puller of the Year 2008!

Das absolute Highlight kam dann im Frühjahr 2008 auf der Jahreshauptversammlung der DTTO e.V. als wir zum "Puller des Jahres" gekürt wurden. Kein anderes Bremswagenteam hat dies bis jetzt geschaft! Ist diese Auszeichnung doch eigentlich nur für Fahrerteams gedacht. Aber alle waren sich einig innerhalb der DTTO. Unsere jahrelange Arbeit und Entwicklungen wurden dadurch belohnt und gewürdigt. Bis zum heutigen Tage sind wir sehr stolz auf diese Auszeichnung und sagen Danke!

In dieser Sasion gabe es auch mal Abwechslung zum harten Puller Alltag. Mit dem Team ABC Bruns ging es auf die New Holland Feldtage in Hildesheim. eine echt gelungende Veranstaltung. Wir hatten sogar selber die Gelegenheit die Landmaschinen vor Ort ausgiebig zu testen. Und vor unseren Bremswagen konnten die New Hollands auch mal zeigen wieviel Kraft sie haben. Das Team Bruns hatten noch seinen Sportklasse Tractor Blue Wum und den Pro Stock Blue Wendelin im Gepäck sowie Klaus Blank seinen Diesel Super Stock, den legendären Fiat Super Agri und den Pro Stock Blue Rasch. Die Fachleute waren sehr interessiert an unseren Specktakel. Die freie Klasse war auch durch das Isotov Team vertreten. Günther Bals war mit seinen Team und dem Isotov 1 und Isotov 2 dabei. Sie zeigten dann noch den begeistereten Besuchern was so in der freien Klasse möglich ist.

Blue Wum und Blue Wendelin vom Team ABC Bruns

Winter 2008 hieß es wieder viel Arbeit in der Werkstatt. Die letzten Veranstaltungen hatten ihre Spuren an den Bremswagen hinterlassen. Beim Red Shadow SE wurde das Antriebskonzept der Back geändert. Die umgebaute LKW Achse, die als Backantrieb und Umlenkung der Ketten diente wurde abermals verstärkt. Erwieß sie sich doch als anfällig und es gab im Laufe der Saison immer wieder Probleme damit. Bei der Gelegenheit wurde auch gleich der Backantrieb zum zurückfahren der Back geändert und verstärkt. Getriebe mussten abgedichtet werden, neue Lagerungen verbaut und Wellen ausgetauscht werden. Bei der Durchsicht stellte sich heraus das die letzten 2 Jahre mit vollem Terminkalender dem SE ordentlich zugesetzt hatten. Kein Wunder bei mittlerweile über 25 Veranstaltungen und nur Europas Top Tractoren an der Kette! Da leidet das Material besonders. Auch vor dem alten Red Shadow machte diese Entwicklung nicht halt und es gab auch diverse Arbeiten. Nach der ersten Saison nachdem Umbau standen hier noch viele Änderungen auf dem Zettel. Auch war man noch nicht ganz mit dem Bremsverhalten zufrieden. Da war noch Luft nach oben und es wurde weiter optimiert.

Im Laufe der Saison 2009 nutze man noch gleich die wenig freie Zeit um eine eigene Bahnwalze zu bauen und diese auch in Zukunft mit zu vermieten. Klein, kompakt und wendig war die Devise und trotzdem ein gutes Gewicht zum verdichten, am besten noch anpassbar, also mit Balastgewichten. Diese wurde dann pünktlich zur eigenen Veranstaltung in Betrieb genommen, getestet und für gut befunden. Blastierbar von 500 kg bis 2,5 Tonnen kann man sich so fast jeder Bahnbeschaffenheit anpassen. Der Terminkalender war wieder prall gefüllt, wieder über 25 Veranstaltungen von Ende April bis Anfang September. Da hieß es wieder Ärmel hoch krämpeln. Unsere eigene Veranstaltung lief nicht ganz so gut. Mussten wir doch am Sonntagmittag ein dickes Regenschauer über uns ergehen lassen. Nach 1,5 Stunden Dauerregen dachte man schon über einen Rain Out nach. Aber als wir mit diesen Gedanken spielten muß Gott ein einsehen mit uns gehabt haben! Der Himmel klarte auf, die Wolken schoben beiseite und wir konnten weiter fahren. Es folgte noch ein weiteres kleines Schauer und dann schien sogar die Sonne. Aber man merkte förmlich, es liegt da was in der Luft. Als der letzte Tractor gefahren war öffnete der Himmel dann seine Wolken. Es begann sinnflutartig zu regnen, aber wir hatten es geschafft, die Veranstaltung wurde zuende gefahren und alle waren Glücklich.

Winter 2009 die Saison flog nur so an uns vorbei und es hieß wieder in der Werkstatt die Spuren der harten Saison beseitigen. Wie man ja schon im letzten Jahr festgestellt hat, hatte der SE schon ordentlich gelitten. Und das sollte jetzt bestimmt nicht besser sein. So war es dann auch und es bedeute wieder Arbeit wie schon lange nicht mehr und wo zu Anfang auch keiner mit rechnete. Der Rahmen des SE war durch die vielen Einsätze der letzten 3 Jahre ganz schön gefordert worden, er zeigte erste Schwächen. Also wurde dieser erneuert und zusätzlich noch verstärkt. Es hieß Kufe vom Bremswagen trennen, Achsen entfernen und die Träger vom Hauptrahmen erneueren und gleichzeitig an den Schwachstellen verstärken. Auch wurden die Backrollen und Lagerung gleich verstärkt. Anstelle von Mesingbuchsen kamen hier jetzt auch Kugellager zum Einsatz. Weil die Kufe auch gerade unter weg gebaut war wurde diese auch bei der Gelegenheit komplett überholt. Das vordere Bodenblech war schon verschlissen und auch die "Kratzer" unter der Kufe hatten ihre besten Zeiten hinter sich. Diese wurde auch gleich in einer neuen Anordnung verschweisst, das sorgte für mehr Bremskraft. Die Kufe wurde noch verkürzt um durch den Push Down dann mehr Bremseffekt auf die Bahn zu bekommen. Eines war sicher, auch die Teams sind in der Winterpause nicht am schlafen und finden den ein oder anderen zusätzlichen PS! Und dafür wollte man vorbereitet sein. Es wurde auch noch eine neue Backbremse konstruiert und gleich in dem SE verbaut. Die Erfahrungen nach dieser Saison im alten Red Shadow waren sehr gut. Hier hatte diese bereits im letzten Jahr nach dem großen Umbau ihren Testlauf bestanden. Und von daher darf die Bremse dann im SE nicht mehr fehlen. Auch andere Teams schwören auf unsere Backbremse und ist europaweit im Einsatz. Der neuere Tieflader aus unseren Fuhrpark bekam eine Grundüberholung. Federung, Bremsen, Stoßdämpfer usw. waren in die Jahre gekommen und mussten für die nächste HU neu gemacht werden. Und als ob das nicht alles noch genug Arbeit ist bauten wir auch noch einen neuen Erdhobel. Das alte Exemplar war doch ziemlich in die Jahre gekommen und auch zu schmal. Die neue Version wurde dann auch gleich stabiler und breiter gebaut. In Zukunft war es möglich die Treckspuren mit einem Arbeitsgang wieder glatt zu ziehen, das ersparte richtig Zeit. Zusätzlich wurden auch extra große Wassertanks verbaut was die Tankstops für Wasser reduzierte. Vortan konnte somit permament die Bahn während der einzelnen Klassen bearbeitet werden. Bei dem älteren Tieflader stellte sich heraus das dieser doch ziemlich in die Jahre gekommen war. Mittlerweile über 25 Jahre alt hatte der doch ganz schön gelitten. Naja...einer kann ja bald vielleicht weg.

Dem Second Edition geht es an den Kragen

Die Saison 2010 konnte also beginnen, in wirklich letzter Minute hatten wir alles fertig bekommen. Die letzten Schrauben wurden beim Aufladen für Füchtorf festgezogen, wie so oft. Alles was wir im Winter so gebaut, umgebaut und überholt hatten machten sich auf zum Sasionstart. Und es funktionierte sogar einwandfrei und auch so wie wir es uns vorgestellt hatten. Durch einen Zufall war man Anfangs des Jahres mit einem Tiefladerhersteller in Kontakt gekommen. Der ältere Tieflader wurde verkauft und man bekam einen Nagelneuen Tieflader, gleich entsprechend unseren Bedürfnissen angepasst. Während der laufenden Saison wurde ein MAN Tandemachsaggregat mit passender Übersetzung in dem Hafen von Rotterdamm angespült. Wie der Zufall das so will konnte man das für einen Bremswagenneubau verwenden. Also machte man sich mit einen Unimog! auf nach Rotterdamm. Witzig war noch die Bemerkung vor der Abfahrt das der Unimog in BW Ausführung kein Radio hatte. Kurz danach stellte derjenige aber auch fest das ein Radio nicht nötig gewesen wäre, man hätte bei dem Krach eh nichts von verstanden. War doch die gute Geländebereifung montiert. Die Fahrt ist auch bis heute in guter Erinnerung geblieben.

Vor weiteren Zufällen blieb man nicht verschont. Es fand sich noch ein günstiger und ausgedienter Iveco Lkw mit dem gewünschten Antriebsagregat, Deutz BF 913. Kurzum wurde der Lkw in die heimische Werkstatt geholt. Nach ordentlichen Test- und Driftfahrten auf dem Gelände wurde das Material für gut befunden und alle Teile die man für einen eventuellen Bremswagenbau gebrauchen kann wurden geschlachtet und erstmal ordnungsgemäß eingelagert. Mittlerweile sprach es sich auch in der Pullingscene rum das man in Edewecht wieder auf Teilejagd ist. Leider kann man sowas nie lange geheim halten. Sollte da etwa was dran sein....ein weiterer neuer Bremswagen aus Edewecht?

Iveco Testtage

Im Winter 2010 wurden erst mal die Wartungsarbeiten an unseren beiden Bremswagen durchgeführt. Das übliche durch gucken und austauschen stand auf dem Programm. Hier und da ein neues Lager oder eine neue Welle, Schweißarbeiten oder auch mal Dichtringe oder Ventile. Man hatte aber ja auch in den letzten beiden Jahren ordentlich verstärkt und auch erst so ziemlich alles neu gemacht was so verbaut ist. Von daher muss doch der Druck irgendwie erhöht werdern...kein Stress im Winter in der Werkstatt...das geht in Edewecht nicht. Und wie heißt es doch so schön "An jedem Gerücht ist immer ein kleines bisschen Wahrheit!"

Und ja es war soweit, die Bauarbeiten am 6. Bremswagen aus Edewecht begannen schon gleich am Ende der Saison. Die Wartungsarbeiten an den anderen Bremswagen wurden da schon paralell druchgeführt. Die weiter gesammelten Teile wurden nicht mehr groß eingelagert und warteten schon mehr oder weniger an ihrem Bestimmungsort. Längst wurde über die gesammte Saison fleißig gezeichnet, diskutiert und konstruiert. Auch wurden andere Bremswagen einmal mehr beäugt.

 

Red Shadow TE is born

Sein Name war auch schon klar. Das Team wurde sich ganz schnell einig und man blieb sich seiner Linie treu. Red Shadow TE ( Third Edition ) wurde auf den Stapel gelegt. Das große Ziel war es mit möglichst wenig Eigengewicht den größtmöglichen Bremseffekt zu erreichen, gar nicht so einfach! Aber das nicht so einfache fand man schon immer gut. Lieben die Fahrer doch einen leichten Bremswagen am Start um schnell zu beschleunigen und um dann ab ca. Hälfte der Strecke langsam und konstant abgebremst zu werden. Das war bei den beiden Vorgängern gelungen, dementsprechend hoch waren auch die Erwartungen an das Team.

Red Shadow TE HICAD Zeichnung

Die größte wurde aber eine andere. Ziel war es den Bremswagen in Zukunft ohne Tieflader zu transportieren. Hieß also als "Sattelauflieger" am Lkw angehängt. Nach vielen Gesprächen, Papierkram und Treffen mit der TÜV-Nord Niederlassung in Oldenburg gab man uns für das vorhaben grünes Licht. Die Prüfingieneure schauten während der Bauphase auch immer wieder in der Werkstatt vorbei. Sowas gibt es ja nicht alle Tage das ein Bremswagen gebaut wird und von daher war man neugierig was und wie das ganze so entsteht. 2 Jahre Bauzeit waren eingeplant. Premiere war für den Saisonstart 2012 in Füchtorf geplant. In dieser Zeit waren die Lichter in der Werkstatt auch sehr oft und länger an als Normal. Das war doch ungewöhnlich und der ein oder andere Besucher fand sich ein um zu gucken was da wohl Tag und Nacht los ist. In der Bildgalerie auf dieser Seite findet man eine Fotoserie zu dem Bau. Anhand der Bilder kann man ungefähr erahnen wie viel Arbeit in so einem Bremswagen steckt. Einen modernen Vorteil machte man sich hierbei zu nutze. Wurde in der Vergangenheit noch jedes Blechteil von Hand gezeichnet und dann mit Gas und Sauerstoff ausgebrannt oder gar geflext ging man mit der Zeit. In etlichen Stunden wurde der Bremswagen komplett HICAD gezeichnet. Somit wurden die ganzen Blechteile fertig in einer Laserbrennanlage millimetergenau zugeschnitten. Das ersparte eine Menge Zeit bei der Fertigung der Teile, ließ aber auch die Baukosten in die Höhe steigen. Da aber alles viel besser zusammen passte und man nur noch verschweißen musste nahm man das in kauf. 

Rat Poisson aus den USA

Die Saison 2011 brachte für den Verein ein besonderes Highlight mit sich! 25 Jahre hieß es Tractor Pulling in Edewecht, Silberhochzeit! Ein super Wochenende stand an mit Tractor Pulling ohne Ende. Am Samstag erweiterte man das Programm. Neben den Gardenpullern lud man auch noch die umliegenden Bauern zum Trecker Treck für Jedermann ein, back to the roods hieß es das Motto. Viele folgten dem Aufruf und kamen mit ihren Traktoren zum Kräftmessen, ein riesen Erfolg. Selbst am Abend auf der großen Zeltdisco wurde noch ausgiebig diskutiert wer denn jetzt den stärskten Schlepper im Ammerland hat. Am Sonntag gab sich dann alles was Rang und Namen in Europa hat die Klinke in die Hand. Und wieder war den Edewechtern ein besonderes Highlight gelungen. Ein Minipuller aus den Mutterland des Tractor Pullings, den USA, wurde eingeladen. Sowas gab es noch nie in Deutschland zu sehen. Die Veranstaltung war der Wahnsinn. Bei strahlenden Sonnenschein ist dieses Event noch jeden in Erinnerung gelieben. Es war sehr heiß und trotzdem war die Stimmung gigantisch. Aber es fehlte schon der ein oder andere Zuschauer auf den Rängen....zu warm? Muss wohl! Von der DTTO gab es noch einen Ehrenpokal zum Jubiläum. Das spornt an zu neuen Taten. Die restliche Saison lief für die Bremswagen sehr gut. Man war auch wieder auf der EM in Finnland vertreten, eine super Veranstaltung und wirklich tolle Gastgeber.

Eigenbaugetriebe

Winter 2011 und wieder viel zu tun. Die beiden Bremswagen mussten wieder die üblichen Überholungen und Wartungen bekommen. Und dann stand da ja auch noch das Neubauprojekt in der Werkstatt mit dem Ziel diesen in der neuen Sasion in Füchtorf an den Start zu bringen. Während der letzten laufenden Saison hatte man ja nicht viel geschafft. Ist aber auch nicht möglich, muss man doch die anderen beiden Bremswagen am laufen halten. Dann in der Winterpause doppelt in die Hände gespuckt und auf ging es. Es wurde selber ein Getriebe für den Back- und Fahrantrieb selbst entwickelt und gebaut. Alles möglichst kompakt in einem Gehäuse. Hintergund war die für uns nötigen Übersetzungen zu haben wann die Back vorne ist. Ging man doch in der Vergangenheit mit den bis dahin genutzten "Fuller Getrieben" immer einen Kompromiss ein. Die Gangsprünge waren hier an manchen Stellen einfach etwas zu hoch. Und in Zukunft wollte man feiner justieren können. Kurzerhand wurde auch noch eine eigene Elektrik auf CAN-Bus entwickelt und auch selbst gebaut. In Zukunft boten sich hier völlig neue Möglichkeiten der Bremswagensteuerung. OB die Kufenabsenkung oder der Push-Down auf den Meter genau, die Geschwindikeit jedes Pulls usw, selbst eine Datenspeicherung jedes einzelnen Pulls war jetzt mit an Bord. Während der Bauphase hatten wir immer wieder Besuch in der Werkstatt, alle wollten sehen was dort entsteht, selbt aus dem Ausland. Ob aus Italien, Niederlanden, Schottland oder Dänemark, das Interesse war groß. Selbst Anfragen einzelner Nationen  ob man auch einen Red Shadow TE kaufen oder bestellen kann kamen in die heimische Werkstatt geflattert. Leider war uns das nicht möglich, die Zeit hierfür ist bei uns zu knapp und es ist nunmal "nur" ein Hobby. Bis heute ist man erstaunt darüber, nur ein Hobby? Und das Privatleben sollte auch nicht ganz auf der Strecke bleiben, steckte man schon unheimlich viel Zeit in den eigenen Fuhrpark.

Saison 2012 Füchtorf war da, ehe man sich versieht ist die Winterpause vorbei. Trotz eines echten Kraftaktes in den letzten 4 Wochen gelang es nicht den neuen Bremswagen pünktlich zum Saisonstart fertig zu bekommen. Tag und Nacht wurde geschraubt, selbst Urlaub wurde genommen. Aber zum Schluss rennt einem einfach die Zeit davon. Das gute und alte, bewährte Material wurde verladen und man machte sich auf den Weg nach Füchtorf. Beim Testlauf am Freitagabend zeigten sich dann die ersten Fehler. Bis zum Schluß hatte man alles versucht. Aber mit Fehlern in Elektik, Mechanik und Hydraulik ist das Risiko zu hoch diese noch abgestellt zu bekommen auf der Veranstaltung. Da die Saison jetzt eh gestartet war beschloss man auch in Ruhe weiter zu machen und im Laufe der Saison den neuen auf die Bahn zu bringen. Je mehr Druck man sich machte, desto mehr Fehler konnten sich auch einschleichen. Also lieber einen Gang runter schalten. Im Juli war es dann endlich soweit. Nach ca. 3500 Arbeitsstunden und etlichen Schweißtropfen war es geschafft. Der Red Shadow TE ( Third Edition ) griff erstmals in Grimmen in das Wettkampfgeschehen ein. Seine Feuertaufe bestand er mit Bravour. Ohne Probleme wurde die Veranstaltung über die Bühne gebracht. Die TÜV-Abnahme als Sattelauflieger wurde kurz vorher auch bestanden, der Tieflader war also in Zukunft überflüssig.

Red Shadow TE bei Strassenfahrt

Eine Woche vor unserer Heimveranstaltung ging es dann mit dem TE zum Euro-Cup nach Dänemark. Unter den strengen Augen der ETPC mussten wir uns beweisen. Und das taten wir dann auch. Die ersten positiven Resonanzen war auch international da, ein weiterer wichtiger Schritt für uns in Richtung der Gold Abnahme.

Auf der eigenen Veranstaltung wurde der Red Shadow TE dann offiziel und tradtitionsgemäß durch die Bürgermeisterin getauft.  Danach stellte er auf heimischen Boden wieder sein Können unter Beweiss. Und dann folgte auch noch ein Jubiläum der anderen Art an diesem Tag. Unser langjähriger Moderator Ulf Schnackenberg hatte sein 20. Moderationsjahr bei uns und auch beim Tractor Pulling. Dafür gab es dann einen Ehrenpokal, einen Päsentkorb und einen Blumenstrauß für seine Frau Ines. Die große Ehrenrunde auf dem Siegerwagen für Ihn und seine Familie, ganz ohne Mikro und einfach mal selber den Applaus genossen. Aber wieder konnte man etwas beobachten. Wie auch bereits die beiden Jahre davor, weniger Zuschauer in Edewecht. Es war brüllend heiß, die Wochen davor nur Regen, mitten in den Sommerferien, sollte das daran liegen?

Ines, Ulf und Junior Max Schnackenberg

Nach 8 Jahren fand die Tractor Pulling EM wieder in Deutschland, in Füchtorf statt. Und wir waren mit beiden Bremswagen dabei, mit dem Red Shadow und dem dem Red Shadow SE. Der neue Bremswagen TE musste noch Zuhause bleiben. Ihm fehlte hierfür noch die nötige Gold Abnahme der ETPC. Diese bekommt man erst wenn der Bremswagen und sein Team eine ganze Saison einwandfrei funktionieren. Hieß also eine Saison einwandfrei fahren, auf nationalen Läufen wie auch den Euro Cups und da dann wissen was man macht und einstellt. Da man mit dem Bremswagen aber erst seit Juli unterwegs war blieb ihm diese Ehre noch verwehrt. Aber auch mit dem bewährten Red Shadows lieferte man einen super Job ab und zeigte den Stäksten Tractoren Europas wer hier wirklich der Stärkste ist.

Winter 2012 und Ende der Saison, wieder Zeit zum Schrauben. Der neue Bremswagen lief schon recht gut. Aber zufrieden war man noch nicht. Ist auch nicht möglich. Aus Erfahrung wußte man ja schon das ein komplett neu enwickelter Bremswagen mindestens 5 Jahre Zeit braucht bis man alles zu seiner Zufriedenheit berücksichtigt hat. Auch hatte man einen gewissen Anspruch an sich selber und unter 100% gibt man sich nicht zufrieden, besser sogar 110%. Mit dem Brems- und Startverhalten war man nicht ganz zufrieden. Also wurde die Achsansteuerung für die Achsen zum Einstellen des Startgewichtes geändert gefolgt von vielen Kleinigkeiten die den Schritt in die richtige Richtung bringen sollten. Dazu dann noch die Winterarbeiten an den anderen Bremswagen und zack war die Pause auch wieder rum.

Weiter ging es in die Saison 2013 Die Änderungen am Bremswagen zeigten ihre Wirkung und man war in die richtige Richtung unterwegs. Man probierte aber immer andere Einstellungen aus, auf der Suche nach ja bekanntlich 110% und nicht die 100%. Den Bremswagen beherrschte man aber an sich sehr gut und dann endlich war es soweit. Nach ein paar nationalen Läufen und zwei weiteren, kompletten Euro Cups bekam der Red Shadow TE seine Gold Abnahme. Die harte Arbeit, die konstante Weiterentwicklung auch während der Saison wurde belohnt und wir waren mit Recht stolz darauf. Man hatte jetzt 3! Bremswagen mit Goldabnahme im eigenen Fuhrpark. Wenn man mal davon absah das es zu der Zeit gerade nur 6 Stück in ganz Europa mit Gold Level gab war das schon beachtlich was die Edewechter geleistet hatten. Ja richtig gelesen! 3 Stück, also 50% mit dieser Einstufung in Europa standen in Edewecht.

Red Shadow, Red Shadow SE und Red Shadow TE (von hinten angefangen)

Die eigene Veranstaltung in Edewecht sollte was ganz besonderes werden, wollte man doch den Zuschauerschwund entgegen wirken. Die Werbetrommel wurde gerührt bis zum geht nicht mehr. Man lud die Top Tractoren aus Europa ein. Selbst ein Super Stock aus den USA kam nach Edewecht, der einen Full Pull in die Bahn von Edewecht hämmerte der sich gewaschen hatte. Wieder eine Premiere in Deutschland und wieder in Edewecht. Auch das finnische Valtra Werksteam der Familie Herlevi war extra aus Finnland mit ihren Pro Stocks angereißt. Auch schaffte man es einen der Gäste der ersten Stunde wieder nach Edewecht zu bekommen. Der Seaside Affair war wieder zu Besuch mit seinen Multi V8 Freie Klasse Tractor. Und in der grossen freien Klasse flog der Simply Irresistible mit nur einem Vorderrad über die Bahn. Man tat einfach alles dafür um hier was besonderes zu bieten. Die Stimmung war bombastisch, die Wettkämpfe spannender den je. Aber wieder weniger Zuschauer. Wieder super Wetter, Sonnenschein ohne Ende nach wochenlangen, schlechten Wetter mitten in den Ferien. Alle im Urlaub oder auf der Terasse? Was konnte man noch tun? Am Programm konnte es nicht liegen, hier war man auf Spitzenniveau unterwegs. Es hatte sogar schon etwas von einem Euro- Cup oder sogar einer EM und wurde sonst so auf keinen anderen der nationalen Läufe in Deutschland geboten. Und trotz allen Anstrengungen blieben den Edewechtern die benötigiten Zuschauer für dieses auch teure Nieveau aus.

Super Stock Contolled Chaos aus den USA

Winter 2013 und viele neue Erkenntnisse heißen meistens auch viel Arbeit. Und so war es dann auch wieder. Beim Red Shadow TE wurde die komplette Kufe geändert, die 110% die man von sich forderte waren noch nicht erreicht. Ein neues Kratzersystem wurde verbaut, war die Bremswirkung bei dem alten doch zu heftig. Die Kufenunterseite wurde dann auch gleich "hohl" gemacht, identisch wie bei Red Shadow SE, wo man sehr gute Erfahrungen mit gemacht hatte. Andere Kratzer, dazu hohle Kufe zum Erde sammeln bringt einen besseren, sanfteren Bremseffekt. Dazu musste dann auch der Deutz Motor überholt werden. Der Motorlauf wie auch der Öldruck ließ ein wenig zu wünschen übrig. Also alles einmal neu bitte. Weitere Ideen wurden diskutiert und umgesetzt. Davon hatte man immer noch genug. Fakt war auch, man musste noch was für die kleinen, leichten Klassen tun. Hier war der TE immer ein harter Gegner. Bei nicht so guten Bahnverhältnissen bekam man das Startgewicht nicht leicht genug. Desweiteren diskutierte man aber auch über die eigene Veranstaltung.Mit den niedrigen Zuschauerzahlen der Vergangenheit geht es so nicht mehr weiter, wirftschaftlich war das nicht mehr.

Saisonstart 2014 die Arbeiten waren pünktlich abgeschlossen. Zwar zog man wieder mal die letzte Schraube erst beim Aufladen fest, aber das kennt man ja bereits. Die Änderungen am Red Shadow TE zeigten ihre positive Wirkung. Wieder ein Stück näher an seinem Ziel, aber noch nicht da wo man hin muss war gleich ersichtlich. Ideen waren da, nur alle in einem Winter umsetzen ist unmöglich. Noch leichter am Start, noch ruhiger in den ersten Metern, das waren noch die Hauptaufgaben denen es sich zu stellen gab. Bloß alles was jetzt an möglichen Umbauten kam war mal nicht eben so zu machen. Also warten auf die nächste Winterpause. Schließlich war der Terminkalender auch wieder prall gefüllt. Dann kam auch noch der erste Tiefpunkt des Jahres 2014. Für uns ein ganz schweres Ereignis. Der gute alte Red Shadow stand ja jetzt zum Verkauf. Nach 18 Jahren treuen Diensten auf den besten Pullingbahnen Europas und gegen die stärksten Tractoren der Scene hieß es dann Abschied nehmen. Im Frühjahr ging die Reise für ihn in seine neue Heimat nach Süddeutschland. Da es sich aber am Tractor Pulling Aktive handelt ist er dort in guten Händen. Man wird ihn vermissen, es war ein Top Bremswagen!

Good bye Red Shadow!!! Danke für alles!!!

Dann kam ein weiterer Tiefschlag und zwar einer der sich gewaschen hatte und dem Verein an den Rand des Ruins brachte. Für die Heimatveranstaltung hatte man sich entschieden den Termin in den Mai zu verlegen. Mann erhoffte sich dadurch wieder mehr Zuschauer. Waren doch zuletzt am dem Augustwochenende zig andere Veranstatlungen im Edewechter Umland dazu gekommen. Man dachte sich im Mai sind keine Ferien, es gibt keine brüllende Hitze und die Leute wachen auch gerade erst aus dem Winterschlaf und sind dadurch Unternehmenslustiger. Ein wenig Regen wurde mit einkalkuliert, war einem schon klar das der Mai gewisse Riskiken birgt. Er hat aber auch durchaus schöne Seiten. Und außerdem war man ja erfahren. Regen kannte man aus dem August auch zu genüge. Soviel Regen wie dann allerdings folgte kannte man definitiv nicht. Voller Tatendrang begann man mit dem Aufbau. Dieser musste bereits ständig unterbrochen werden da es immer wieder regenete und das nicht zu knapp. Bis Freitagabend war das Gelände auch noch relativ gut in Schuss. Dann folgte allerdings in der Nacht Regen ohne Ende. Samstag morgen war klar, das wird hart, ganz hart. Aber der Himmel sah noch ziemlich gut aus und man begann mit dem Trecker Treck für Jedermann. Am Samstagmittag öffnete der Himmel dann buchstäblich seine Schleusen und es hörte nicht mehr auf zu regnen. Das Gelände war kurze Zeit später komplett abgesoffen. Man stand bis zum Knöchel im Wasser. Kurz nach Mittag wurde zusammen mit der DTTO der erste "Rain Out" für Edewecht beschlossen. So oft war man schon daran vorbei geschrammt, jetzt ging es wirklich nicht mehr. Ein herber Schlag, auch in finanzieller Hinsicht für den Verein.

Das Gelände nach wenigen fahrten!

Das Gelände stand komplett unter Wasser, enorme Schlammmassen und es waren noch nicht mal ein viertel der Teams mit ihren Lkw's vor Ort. Unmöglich das noch in den Griff zu bekommen, auch in Sicht auf die Sicherheit für die Zuschauer. Ende August wurde dann das Trecker Treck für Jedermann wiederholt, hoffte man doch den finanziellen Verlust hiermit etwas zu reduzieren. Aber auch diese Veranstaltung viel erneut ins Wasser. Gegen frühen Abend setzte starker Regen ein so das die Veranstaltung nach nicht mal der Hälfte der Klassen wieder abgebrochen werden musste. Das Veranstaltungsjahr 2014 war für den TTE ein Desaster und hätte fast den Ruin bedeutet. Hier wurde dann aber ganz stark zusammen gehalten und man stemmte es gemeinsam wieder in die richtige Richtung. Es ist und bleibt schließlich ein Hobby, in guten wie in schlechten Zeiten oder wie heißt es noch so schön? Zum Abschluss der Sasion wurden wir noch vom Team ABC Bruns zur Cold Water Challenge nominiert. War der Hype in 2014 und da machen wir doch glatt mit. Die Osterschepser Feuerwehr entwickelte mit uns zusammen eine Bremswagenwaschanlage. Dieser musste dann aufrgrund von Dieselmangel leider von Hand da durch gezogen werden. Es wurde ganz schön Nass, aber ein riesen Spaß für alle die dabei waren.

Land unter!

Im Winter 2014 ging es dann in der Werkstatt weiter, allen Rückschlägen zum Trotz! Kopf in den Sand stecken kennt man nicht. Allerdings musste man mit den Ausgaben genau rechnen, die Kasse war leer sozusagen. Die Bremswagen mussten aber zumindestens wieder flott gemacht werden für die neue Saison. Beim Red Shadow TE standen weitere, kleine Änderungen an. Für die größeren Aktionen war kein Geld da. Das Hydrauliksystem zum stabilisieren der Kufe wie man es beim SE bereits einsetzte wurde auch in den TE eingebaut. Ursprünglich wollte man es aus Gewichstgründen sparen. Es stellte sich aber im Laufe der letzen Saison raus das man immer noch nicht zufrieden war mit dem Start- und Bremsverhalten. Also ein System für den TE konstruiert und eingebaut. Beim Red Shadow SE stand eine etwas größere Revision an. Mehrere Teile waren fällig zum Austausch. Der Rahmen wurde genaustens unter die Luppe genommen und nachgebessert. Und man diskutierte bereits über die Veranstaltung. Geht es weiter? Kann es überhaupt weiter gehen? Und wenn ja, wie geht es weiter? Das waren die Fragen den es sich zu stellen gab und die ein oder andere Sitzung kosteten.

Die Saison 2015 startete sehr gut für uns. Die kleinen  Änderungen am TE zeigten positive Wirkung. Der Bremswagen lief viel ruhiger auf der Bahn. Am Start zeigte das Mehrgewicht der letzten Änderungen jetzt aber seine Schattenseiten. Neues Balstieren üben war wieder angesagt um das bestmögliche raus zu holen. War der Bremswagen aber erst einmal in Schwung waren super schöne Pulls zu sehen. Vorerst war man soweit zufrieden, ging auch nicht anders. War es doch auch eine große Herausforderung da man mit der neuen Bauweise doch erheblich von seinen ursprünglichen Erfahrungen abgewichen war. 

Die Heimveranstaltung hatte ja schon im Winter so manche Zeit gekostet. Aber ein neues Konzept wurde gefunden. Eine Radikalkur stand an! Die Wahl viel auf einen Abendveranstaltung! Nur am Samstag, das ganze mit maximal 6 Stunden Programm. Tractor Pulling mit anschließender großer Zeltparty, so war der Plan. Neuer Termin kam auch gleich wieder mit dabei. Diesmal ging man auf Mitte Juli, kurz vor Beginn oder halt gleich zu Anfang der Sommerferien, das sollte doch wohl besser gehen. Die Erde sollte also weiter beben in Edewecht. Und wie sie bebte! Das gab es schon lange nicht mehr. Die Edewechter Arena platze aus allen Nähten. Die Zuschauerränge waren voll wie schon lange nicht mehr. Keiner hatte damit mehr gerechnet. Der absolute Wahnsinn! Mit den jetzt sichbaren Flammen im dunkeln hatte das ganze besonderen Flair. Und mit dem ein oder anderen Bier kochte die Stimmung bei den Zuschaueren über bei grandiosen Wettkämpfen.

Letzer Auftriit vom Green Spirit 6 aus NL!

Die Creme de la Creme der Super Stocks waren zu Gast in Edewecht. 11 Stück waren  am Start und keiner schenkte sich irgendwas. Der Moderator Ulf Schnackenberg in Höchstform, spektakuläre Pulls und eine Bahn die den Fahrern alles können abverlangte und das im dunkeln. Das hatte es so noch nicht gegeben. Zum allerletzen mal brüllten dann zum Schluß der Veranstaltung die beiden Rolls Royce Griffon Motoren des Green Spirits über die Bahn. Dieser Tractor gehörte zu Edewecht wie kein anderer Gaststarter. Seit der ersten Veranstaltung war das Team rund um Peter de Regt mit dabei! Der Tractor ging zum Ende der Saison leider in Rente. In der 4,5 Tonnen Klasse hatte man mit den Motoren keine Chance gegen die V8 Amada. Somit stopte hier auch ein Teil von Edewechts Geschichte. Noch heute spricht man über dieses erste Abendevent in Edewecht. Hatte man also die richtige Entscheidung getroffen. Bei Top Wetter wurde dann noch auf der Zeltparty bis in den frühen Morgenstunden richtig abgefeiert. Das Zelt war voll bis unters Dach und wer nicht mehr rein kam feierte dann halt auf dem Platz vor dem Zelt. Nach dem herben Rückschlag im letzten Jahr und den nicht mehr so erfolgreichen Jahren davor konnte man super zufrieden sein. Voll neuen Mutes blickte man schon vorraus auf das nächste Jahr. Etwas besonderes wo man erst zweifelte das noch zu erleben. 2016 das Jubiläum - die 25. Veranstaltung!

Stammgast aus NL der John Deere Incredible Deere

Winter 2015 war es dann endlich soweit. Ein langersehnter Traum ging in Erfüllung. Durch Zufall erfuhr man das unser Teammitglied Bernd Ahlers einen seiner Lkw in den Ruhestand schicken wollte und der Stand jetzt zum Verkauf. Das ist die Gelegenheit! Kurz an den runden Tisch, hart verhandelt und schon stand der MAN 8.224 in der Werkstatt. Der Umbau zum Wohnmobil konnte beginnen. Man schaute sich schon lange nach einem Wohnmobil um oder auch einen Lkw zum Umbau. Bis dahin wurde aber nichts passendes für den engen Geldbeutel gefunden.

Red Shadow TC ( Team Camper )

Man fing an den Lkw nach den eigenen Bedürfnissen und wie man es brauchte umzubauen. Ist es doch wesentlich schöner und entspannter sich in einem Wohnmobil auf den langen Fahrten aufzuhalten als zusammengequetscht in einem kleinen Bulli. Der TÜV spielte auch mit und die Abnahme mit 9 Sitzplätzen stellte auch kein Problem da. 7 feste Schlafplätze gab es auch und viel mehr Platz. Der Wohnraum und die 4 Schlafplätze in unserem alten Wohncontainer auf dem Schwanenhalz vom Tieflader waren doch sehr eng dagegen. Und man kann jetzt schön in Kolone fahren und nicht noch extra Fahrzeuge organisieren. Zum Saisonstart Ende April war er nicht fertig geworden, schließlich mussten ja auch noch die üblichen Arbeiten an den Bremswagen durchgeführt werden. Auch das eine oder andere wurde wieder am Red Shadow TE geändert. Bei der Jungfernfahrt mit dem fertigen Wohnmobil Mitte Mai ging es gleich auf große Tour nach Schweden. Ohne Probleme meisterte der Red Shadow TC ( Team Camper ) seine erste Fahrt. Alle waren begeistert, genauso hatte man sich das vorgestellt. Schön gemütlich kommt man jetzt wesentlich entspannter zu unseren Zielen irgendwo in Deutschland oder Europa.

Die Saison 2016 verlief im großen und ganzen gut. Hier und da holte uns mal öfter der Defektteufel ein. Das bleibt aber auch nicht aus. Die Bremswagen müssen je nach Veranstaltung zwischen 80 - 150 Züge pro Tag durchhalten. Wenn man dann mal überlegt was dort mittlerweile für Kräfte dran ziehen, das geht ganz schön aufs Material.

Team van Heugten mit 1500 PS DAF Power

Dann war es endlich soweit, die 25. Jubiläumsveranstaltung stand auf dem Kalender! Wie soll man dieses Event beschreiben, mit Worten ist das echt schlecht zu formulieren. Die Stimmung vom letzten Jahr wurde eindeutig getopt! Wieder volles Haus und super Stimmung. Highlight an dem Abend waren die Lkw's der Super Sport Klasse aus den Niederlanden. Hier wurde gezeigt das auch ein Lkw zum Pulling geeignet ist und nicht nur von A nach B fahren kann. Die Motoren auf bis zu 2500 PS getunt und dann vor dem Bremswagen damit. Die Zuschauer staunten nicht schlecht in welchen Tempo es über die Bahn ging und zum Ende der Bahn die Nase dann steil in der Luft, Hammer! Nach der Veransatltung dauerte es noch ewig bevor das Fahrerlager leer wurde. Diese Monster musste man sich noch mal ganz genau anschauen und auch die ein oder andere Fragen stellen. Alle Teams waren begeistert, solch eine tolle Stimmung hatte man noch nie in Edewecht erlebt.

Kufe drehen vom TE

Im Winter 2016 gab es dann jede Menge zu tun. Beim Wohnmobil gab es noch die ein oder andere Optimierungsarbeit. Fällt dann ja erst im Praxistest auf was noch anders kann oder auch noch fehlt. Aufgrund unserer paar Probleme in der Saison standen jede Menge Wartungs- und auch Änderungsarbeiten auf dem Plan. Es war gleich klar das die Winterpause hierfür nicht ausreichen wird. Also das wichtigste zuerst und die kleinen Dinge dann während der Saison. Beim Red Shadow TE kam dann noch ein neues, anderes Kratzersystem unter der Kufe. Die Anordnung blieb dieselbe nur wurden unterschiedliche Höhen verbaut. In der Elektrik und Steuerung beider Bremswagne gab es auch einiges zu ändern. Neuerungen im ETPC Bremswagenreglement machten das nötig. Unter anderem wird jetzt auch z.B. der Hydraulik- und Luftdruck während des Pulls vom automatischen Notaus mit überwacht und bei entsprechenden Verlust dann Notaus ausgelöst. Beim Red Sahdow SE wurde auch die Kufe neu lackiert. Neue Antriebswellen, Lagerungen usw. wurden auch der Sicherheit wegen verbaut. Geplant war eigentlich den Bremswagen komplett zu lackieren, dafür reichte die Zeit aber nicht aus. Durch die neuen Regeln musste man jetzt auch noch eine Tür in der selbst gebauten Kabine bauen. Der Bremswagen kann jetzt nicht auf "grün" geschaltet werden wenn die Tür nicht geschlossen ist. Das soll verhindern das der Bremswagen am Start steht und sich kein Fahrer drauf befindet. Wird die Tür geöffnet springt der Bremswagen automatisch auf "rot" um. Gleiches gab es auch im TE einzubauen. Hier war es aber einfacher da durch die Kabine schon alle nötigen Vorraussetzungen gegeben waren. Wieder keine Zeit für große Eingriffe am Red Shadow TE.

Red Shadow TC ( Team Camper )

Die Saison 2017 startete wie gewohnt in Füchtorf. Durch viele Nachtschichten hatte man doch alle Arbeiten erledigen können. Die letzte Schraube wurde mal wieder beim verladen festgezogen sozusagen. Standard kann man sagen. Die Abnahme beider Bremswagen in Füchtorf durch die ETPC war kein Problem, ohne Mängel bestanden. Der Rest der Saison wurde wieder ohne größere Ausfälle absolviert. Auch wenn es hier und da mal kurzzeitig hakte, alle Veranstaltungen wurden zu Ende gefahren.

Die eigene Veranstaltung machte wieder richtig Spaß, erneut volles Haus in Edewecht. Jetzt konnte man sich so langsam sicher sein, das neue Konzept wurde angenommen. Püntklich zum eigenen Event hatte man es geschafft das Wohnmobil im Red Shadow Outfit zu präsentieren. Die Grafiker aus den Niederlanden hatten ganze Arbeit geleistet. Ein weiterer, eigener Eyecatcher im vollen Fahrerlager.

Nachdem die Blicke dann durch das Fahrerlager geschweift waren fing die Erde auch wieder an zu beben. Zum ersten mal hatte mal hatte man auch einen Super Stock aus Schweden mit eingeladen, der John Deere "You never know". Er holte sich dann auch mit Abstand den Tagessieg. Die teilnehmenden Nationen in Edewecht wurden von Jahr zu Jahr auch immer mehr. In diesem Jahr setze man auf die Pro-Stock Klasse. Hier kamen ein paar Granaten aus den Niederlanden nach Edewecht um sich mit den Deutschen Teilnehmern zu messen. In dieser Klasse blieb jeden der legendäre Pull vom Wickie Power Team im Gedächtnis. Während alle Tractoren mit dem Defekt Teufel oder auch mit der äußerst schwierigen Bahn zu kämpfen hatten düste Aadri mit seinem New Holland über die Bahn als sein kein Bremswagen dahinter. In einer atembreaubenden Geschwindigkeit flog das Gespann über die Full Pull Marke. Die anderen Teams trauten ihren Augen nicht. Die Zuschauer waren außer Rand und Band. Es blieb auch der einzigste Full Pull in der Klasse, da kam keiner mehr ran!

Wickie Power aus den Niederlanden

Winter 2017 bedeutete jede Menge Arbeit, noch mehr wie man eh schon gewohnt war. Eine Steigerung ist also immer noch möglich und war überfällig. Dann mal in die Hände gespuckt. Neben den normalen Wartungsarbeiten an beiden Bremswagen hatte man mit dem TE jetzt großes vor. Es stellte sich immer wieder raus das wir auf manchen Bahnen Probleme mit der Balastierung und dem Gesamtgewicht hatten. Der Bremswagen ging dann am Start zu schwer los. Dies bestätigte sich auch immer wieder durch die Rückmeldungen der Fahrer, gerade in den kleineren und leichteren Klassen. Eine Idee schwirte schon länger in den Köpfen rum wie man hier gegensteuern kann und muss. Die bedeutete aber einen Haufen Arbeit und man hat nur 5 Monate Pause, dann müssen die Bremswagen wieder rollen. In diesem Jahr standen wirklich nur normale Wartungsarbeiten an. Das zeigte sich nach Durchsicht der Bremswagen. Konnte aber auch fast nicht anders. Hatte man ja in den letzten Jahren jeden Winter alles immer auf links gedreht. Nach ein wenig hin und her diskutieren packte man die Sache letztendlich an, nützt ja nix, auf gehts!

Totalumbau beim Red Shadow TE

 Die Antriebsachse wurde umgebaut. Dazu wurde diese weiter nach vorne gesetzt um einen anderen Drehpunkt zu bekommen. Somit ist es für die Tractoren leichter die Kufe am Start "auszuhebeln". Gleichzeitig speckte man alles unnötige Gewicht ab was unnötig war. Dazu sollten sich noch 600 mm breite Reifen von einem Agrotruck gesellen, inklusive 80 km/h Zulassung! Also musste auch noch zusätzlich Platz unter den Kotflügeln her. Weitere Kleinigkeiten hier und da sollten mehr Spielraum und Möglichkeiten schaffen. Die Lichter in der Werkstatt waren mal wieder länger an und so gelang es Anfang April den ersten Test zu machen. Es ging zum Test & Tune nach Kalkar. Nachdem großen Umbau wollte man nicht unwissend in die neue Saison starten. Das war eine gute Gelegeheit. Die großen Reifen waren zwar noch nicht da, somit hatte man einen direkten Vergleich was nur der eigentliche Umbau brachte.  Es wurde ein spitzen Tag! Die Umbauten hatten genau die richitge Richtung erwischt. Was in der Theorie und Berechnung schon richtig erschien bewahrheitete sich jetzt. Für ziemlich jede Klasse ist jetzt ein passendes Set Up einzustellen, auch unter schwierigenden Bedingungen. Klar gibt es immer noch Grenzen, die Wettkampfbedingungen müssen schon im Rahmen sein. Nur jetzt ist es defintiv so, wo man mit dem TE nicht fahren kann, da kann auch kein Tractor Pulling stattfinden. Voller Zufriedenheit ging es zurück in die Werksatt für die Restarbeiten. Das positive Feedback der anwesenden Teams ließ hoffen, die Saison konnte starten.

Die Saison 2018 bestätigte dann auch den Erfolg der Umbauarbeiten. Die größeren Reifen gaben nochmals eine Verbesserung. Nachdem dreiviertel der Saison rum war hatte man so jeden Bahntyp wie auch Wetterlage hinter sich. Langsam wurde jetzt realisiert das sich jeder Schweisstropfen und jede Minute in der Werkstatt gelohnt hatte. War es doch viel Arbeit und das ganze in nur 5 Monaten in der Freizeit. Veranstalter wie auch Fahrer bestätigten das und man endlich da wo man schon seit der Jungefernfahrt sein wollte. Manche Dinge brauchen halt etwas Zeit. Und auf der eigenen Veranstaltung war das Jahr der Herausforderungen. Zum 27. mal ließ man die Erde beben. Jetzt musste man sich anderen Herausforderungen stellen. Es war heiß, sehr heiß sogar. Das Thermometer zeigte jenseits der 30 Grad an, dazu noch ein schön lauer Wind. Die Luft über der Bahn war am flimmern. Das sind die schlimmsten Voraussetzungen die man für eine Tractor Pulling Bahn haben kann. Den ganzen Tag schon war man damit beschäftigt irgendwie die Feuchtigkeit in der Bahn zu halten. Die Top Elite der 2,5 Tonnen Klasse aus ganz Europa stand im Fahrerlager bereit. Aus den Niederlanden der "de Jong Special", "Asterix" und die 16 jährige Kyra Kustermanns mit ihrem "Hot Art", "Mad Max" aus Belgien oder erstmals ein Engländer oder besser Engländerin. Ellie Pacey mit ihrem "On the Limit". Namen die unter Kennern aufhorchen lassen.

Ellie Pacy mit Moderator Ulf Schnackenberg

Die Super Sport Trucks waren auch wieder mit dabei. Immer mehr Frauenpower also in Edewecht. Die junge Carola de Heus mit ihrem DAF und mit mittlerweile über 2000 PS. Ihre 19 jährige Schwester Janneke hatte dann noch ihren Scania V8 Hauber mit im Gepäck. Die männlichen aber auch weiblichen Fans waren völlig aus dem Häuschen. Geschlagen geben musste sich die Mädels dann aber von Arjan Appeldoorn und seinen weit über 2500 PS starken Volvo FH 16. Selbst im Stechen hämmerte er bis weit hinter die Full Pull Marke. Nur der Erdwall war ihm hier noch im Weg. In der letzten Klasse des Tages wurde Geschichte geschrieben und das beste daran, eine Deutsche! Die 2,5 Tonnen Klasse, viel PS, wenig Gewicht und schwierig zu fahrende Bahn. Hier zeigte sich sehr schnell ab das die Bahn durch die Hitze stark gelitten hatte. Es eine Kunst die leichten und sehr starken Tractoren zu beherschen, was sich als recht schwierig raus stellte. Wilde Ritte der Tractoren die knapp vor der 100 Meter Marke endeteten. Und dann kam einer an den Start gehoppelt, das Mitas Green Monster aus Deutschland. Der Gashebel ging auf Vollgas und das Monster flog förmlich über die Bahn und schleuderte Richtung Erdwall. 130 Meter ganz locker, kein Problem. Die anderen Teams guckten nicht schlecht. Alle nahmen ihren 2. Verusch war, aber keiner schafte es auch nur annähernd an diese Weite, geschweige denn einen Full Pull zu fahren. Das Team wie auch die Fans feierten diesen Sieg bis es wieder hell wurde.

Winter 2018 war eigentlich der Plan etwas ruhiger zu machen. Es stellte sich heraus, geht nicht! Es gab zu viel zu tun. Einen Winter ohne viel Arbeit gibt es also auch nicht bei einem Bremswagenteam. Was fast verschlissen ist geht bald vielleicht kaputt. Das geht wohl noch, gibt es auch nicht. Also fliegt es raus und kommt neu. Da wird nicht lange geschnackt bei uns. Der Tieflader brauchte auch einiges an Zuwendung, war er doch schon 8 Jahre erfolgreich im Einsatz ohne große Zicken. Beim Wohmobil gab es auch zu tun, zwar erst 2 Jahre im Einsatz aber ja schon 19 Jahre alt mit knapp 400.000 km auf dem Tacho! Sozusagen gerade erst eingelaufen mit dem Motor. So ganz nebenbei plante man auch schon wieder an der Heimveranstaltung rum. Seit ein paar Jahren war man schon immer wieder dran einen Euro Cup Lauf nach Edewecht zu bekommen. Die sogenante Champions League der Tractor Puller. Es sah hierfür schon ganz gut aus, von daher lagen viele neue Aufgaben bei der Organisaiton der Veranstaltung an.

Die Saison 2019 startete mit einem vollen Terminkalender. Mittlerweile wurden sogar schon weitere Veranstaltungen nicht mehr angenommen. Es war so nicht mehr möglich mit der passenden Man-Power alle Veranstaltungen zu fahren wo man den hätte hin sollen. Der Urlaub ist nunmal begrenzt. Beide Bremswagen spulten zuverlässig ihre Pulls ab. Ein Totalausfall des TE, der nicht auf die schnelle zu reparieren ging, war leider zu verzeichnen. Gott sei Dank in der letzten Klasse des Tages.

John Deere 2 aus DK beim Euro Cup Finale in Edewecht

 

Die eigene Veranstaltung Stand unter keinem guten Stern. Der Wetterbericht meldete total unpassend zum Wochenende und speziell am Samstag schwere Gewitter am Nachmittag und Abend. Das 28. Pulling in Edewecht stand buchstäblich auf der Kippe. Rund um Edewecht strömte es wie aus Eimern. Aber man glaubte einfach an das Event und als pünktlich gegen 16:45 Uhr der Regen aufhörte konnte es endlich losgehen. Durch die Trockenheit in den vorherigen Woche konnte das Gelände die Wassermassen gut weg stecken. Ein Top Starterfeld und als absoluten Höhepunkt den Mitas Euro Cup der Pro-Stock Klasse! Ein Traum ging in Erfülling. Euro Cup in Edewecht. In der Deutschen Meisterschaft ging es noch um jeden Punkt. Hier war schon klar, es wird sich nichts geschenkt. Dazu noch eine Top Bahn die den Fahrern alles Können und jeden verfügbaren PS abverlangte. Gripp ohne Ende. Hieß in allen Klassen alles Mögliche Gewicht nach vorne auf die Nase der Trecker und dann noch versuchen mit einem leichten Heck vom Start wegzukommen. Nicht einfach das Ganze wenn dann ab 10 Metern die Nase steil in der Luft ist und es heißt: Abfahrt! Mit vollen Einsatz der Einzelradbremsen ging es zum Full Pull. Unter tosenden Beifall und Gegröle jagte ein spektakulärer Pull den nächsten. Gegen etwa 21 Uhr wurde der Himmel schwarz, rund um zu blitze es schon…sollte es das gleich gewesen sein? Man stand bereit die Bahn abzudecken und hoffte das Beste. So kam es dann auch! Das Gewitter ging an Edewecht ganz scharf vorbei und somit konnte man zum Highlight ansetzen.

Endlich war es gelungen und dann auch noch gleich den Euro Cup Endlauf der Pro-Stocks! Seit 2 Jahren war man schon am Kämpfen einen Euro Cup nach Edewecht zu holen. 12 Granaten aus ganz Europa und mindestens 5 davon hatten noch eine realistische Chance auf den Gesamtsieg. 8 Stück zogen einen lupenreinen Full Pull und somit in das Finale ein. Als dann im Stechen die Pro Stocks wohl alle ihre letzten PS raus holten, die sie dabei hatten, war selbst die Edewechter Bremswagencrew überrascht und geschlagen. Das Finale war mit Weiten über 100 Meter gesät und die Edewechter Arena rastete aus, Party total! Zum Abschluss zeigten dann nochmal die 4 eingeladenen Two Wheel Drive wo der Hammer hängt. Pick Up‘s oder selbst ein Käfer Design waren zu sehen. Gepaart mit V8 Motoren an Bord und jenseits der 3000 PS flogen sie über die Bahn. Nicht oft zu sehen in Deutschland, da diese Klasse hier nicht gefahren wird. Umso mehr rieb man sich die Augen! Ein neuer Rekord, 7 Nationen waren in Edewecht an dem Start, Deutschland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Niederlande, Luxemburg und England, der Wahnsinn! Danach ging es nahtlos über in die legendäre “Puller-Party“ und man feierte ausgelassen den genialen Abend.

An dieser Stelle wird es mal Zeit Danke zu sagen!

Danke an die Zuschauer für die Wahnsinnsstimmung und die sich trotz des schlechten Wetters rund um Edewecht auf den Weg gemacht haben! Ihr ward der Hammer!

Ein ganz großes Dankeschön geht hier auch an die Sponsoren, ob für die Bremswagen oder auch die Veranstaltung oder soagr beides! Viele davon unterstützen hier sogar schon von Anfang an! Und natürlich auch an die Teams, Funktionäre und ca. 250 Helfer die speziell zu diesem, aber auch den vergangenen genialen Events beigetragen haben!

Eines ist sicher, Tractor Pulling Edewecht 2019 geht ganz groß in die Geschichte ein! Das zu toppen wird eine schwierige Aufgabe!

Sledge Hammer Time und Ulf Schnackenberg ausser Rand und Band!

Seit vielen Jahren treffen sich Freunde und Mitglieder des TTE allwöchentlich in der "Hütte", einem kleinen Blockhaus mit Theke und Kaminofen. Hier wird geklönt, gefachsimpelt, Bier oder "Charly" ( Weinbrand mit Cola ) oder wie man auch international sagt "German Special" getrunken. Wobei man ganz klar sagen muss die Treffen werden in der Hütte weniger. Hat man doch mittlerweile die meiste Arbeit in der Werkstatt bei diesem Niveau was man jetzt hat. Man trifft sich dort aber immer noch um hier auch ernsthaftes zu besprechen und festzulegen. Versammlungen, Arbeits- und Veranstaltungseinsätze werden geplant, auch ausserhalb des Tractor Pulling Sports. Der TTE e.V. beteiligt sich auch an den ein oder anderen dörflichen Aktivitäten wenn eine helfende Hand gebraucht wird. Damit gibt der Verein das zurück, was er beid der Durchführung seiner Veranstaltung auch erhält. Die Unterstützung durch andere Organisationen wie z.B. unterstützenden Firmen, Vereinen, der örtlichen Feuerwehr oder den Rettungsdiensten. Vieles von dem was der TTE e.V. umsetzt ist nur der Dank an die vielen freiwiligen Helfer die so eine Veranstaltung und auch Hobby erst ermöglichen.