Geschichte

Die Geschichte des Tractor Pulling in Edewecht begann dort, wo es man eigentlich nicht vermutet, in einer Diskothek. Die Frage unter Landwirten, wer hat den stärksten Trecker im Dorf, ist fast so alt, wie die Landwirtschaft selbst.

Im Winter 1986 schlossen Bernd Marken, Erbauer und Fahrer des späteren Super Standard Traktors „Cäsar“ und Enno Claußen eine derartige Wette ab.
Am 8. April 1986 war es dann so weit. Der Deutz von Bernd Marken trat gegen den Fiat Agri von Enno Claußen an. Austragungsort war eine Wiese in der Straße „Im Vieh“ in Edewecht. Die Wette hatte sich in Windeseile im Dorf herumgesprochen und so fanden sich an diesem kalten Aprilsonntag ungefähr 50 Leute ein, um das Spektakel zu verfolgen. Da es keinen Bremswagen gab, um die Kraft der Traktoren zu messen, hatte man sich etwas Besonderes einfallen lassen. Auf einem Tieflader stand ein Trecker, der Luft zum Bremsen erzeugte. Nach einer gezogenen Strecke von 10 Metern wurde der Luftdruckbremsschlauch zwischen Trecker und Tieflader von Hand getrennt. Der fehlende Luftdruck leitete den Bremsvorgang des Tiefladers ein. Nun galt es für die Teilnehmer den bremsenden Tieflader möglichst weit zu ziehen. Am Schluss hieß der Sieger Werner Kruse aus Portsloge. Die Wette zwischen Bernd Marken und Enno Claußen aber entschied Enno Claußen klar für sich. Am Ende des Tages traf man sich in einer Edewechter Gaststätte. Hier wurde viel gefachsimpelt, einer hatte auch schon etwas über Tractor Pulling gehört und schnell wurde man sich einig, den Wettbewerb zu wiederholen. An diesem Abend entstand auch die Idee einen Bremswagen zu bauen, um allen Teilnehmern gleiche Wettbewerbschancen zu ermöglichen.

1987 war dann das Geburtsjahr des Trecker Treck-Vereines Edewecht. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten: Bernd Marken, Enno Claußen, Jens Lammert, der später leider verstarb, Rainer Krüger, Fred Jürgens-Tatje, besser bekannt als „Harley-Fred“ und Thomas Gerdes-Röben. Als erste Aufgabe setzte man sich zum Ziel, einen Bremswagen zu bauen. Als Unterbau fand ein LKW-Chassis Verwendung. Der Gewichtskasten, die so genannte Back, wurde von einem Opel Rekord Motor angetrieben. Als Bremskufe diente ein altes, durchgeschnittenes 2.000 Liter Heizölfass. Das Fass wurde mit Beton und Kernschrott erschwert, um auch größere Traktoren zum Stehen zu bringen. Später musste man jedoch feststellen, dass das Fass viel zu schwer war. Mit Hilfe eines Bohrhammers wurde ein Teil des Betons und des Kernschrotts wieder entfernt. Dabei fanden sich etliche „Luftlöcher“ im Tank, die beim genauen Hinsehen die Form von Bierflaschen hatten. Die genauen Baukosten des ersten Edewechter Bremswagens ließen sich später nicht mehr ermitteln. Da der Opa von Enno Claußen am Abend immer die Werkstatt aufräumte, war man sich in einer Sache ganz sicher. Ungefähr !!! 1.500 !!! Bierflaschen wurden während der Bauphase verbraucht.
 
Im Herbst 1988 fand dann das 1. Offizielle Wettkampfziehen für Standardschlepper in Edewecht statt. Austragungsort war ein abgemähtes Maisfeld an der Straße „Am Espergöhlen“. Ungefähr 200 Zuschauer waren gekommen, um das Ereignis zu verfolgen. Der Eintrittspreis betrug 1 DM, ein Viehwagen diente als Wettkampfbüro. Sprecher der Veranstaltung war Jens von Aschwege. Fahrer des Bremswagens war auch seinerzeit schon Rainer Krüger. Zum ersten Mal schnupperten die Zuschauer "richtige Tractor Pulling-Luft“ als "Little Lady“, ein selbst gebauter Mini Puller mit ca. 300 PS, an den Start ging.

Die Teammitglieder des ersten richtigen Tractor Pulling Rennfahrzeuges aus Edewecht waren: Jens von Aschwege, Stefan Freese, Bernd Freese, Peter Frerichs und Frank Gersema. "Little Lady“ nahm 1988 an der Europameisterschaft in der Nähe von Paris teil und war bei den Meisterschaftsläufen im Tractor Pulling mehrfach auf vordersten Plätzen zu finden. Das Bremswagenteam und die Männer um "Little Lady" bildeten später das Bremswagenteam.

1989 war das Gelände rund um den Bauernhof Willms am Göhlenweg Austragungsort des Wettkampfziehens. Noch heute finden dort die Läufe zur Deutschen Meisterschaft im Tractor Pulling statt. Bevor die Trecker seinerzeit an den Start durften, wurden sie vorher bei der Raiffeisenwaren-Genossenschaft gewogen und in vier Gewichtsklassen eingeteilt. Anschließend rollten sie im Konvoi zum Veranstaltungsgelände. Manch einer, der von dem Wettkampfziehen nichts mitbekommen hatte, sah darin eine nicht angemeldete Demonstration von Landwirten. Ca. 40 Trecker, von bis zu 7 Tonnen, nahmen den Wettbewerb auf.

Das Jahr 1992 sollte ein wichtiges Jahr in der Entwicklung des Trecker Treck-Vereines Edewecht werden. Am 2. August 1992 fand erstmalig ein Lauf zur Deutschen Meisterschaft im Tractor Pulling statt. Über 5.000 Zuschauer aus dem In- und Ausland waren nach Edewecht gekommen, um der Veranstaltung beizuwohnen. Sieger auf dieser Veranstaltung waren so bekannte Renntractoren wie „Museums-Killer“, der spätere Europameister in der 5,4 Tonnenklasse, „Rowdy“ oder „It Kypmanstje“ aus den Niederlanden. Ebenfalls 1992 war das Geburtsjahr des dritten Edewechter Bremswagens. Als Grundlage diente ein von Gerd Pott aus Jülich erworbenes Fahrzeug. Nach einem vollständigen Umbau war auch dieser Bremswagen für`s "richtige" Tractor-Pulling geeignet, und hat lange Jahre treue Dienste geleistet.

1993 war das Jahr „des großen Regens“. Es erschien fast unmöglich, unter diesen Bedingungen eine Veranstaltung durchzuführen. Unter großem Einsatz der Mitglieder des Trecker Treck gelang es jedoch, den Lauf zur Deutschen Meisterschaft im Tractor Pulling vollständig abzuwickeln. Vielen ist bis heute noch der verregnete Sonntag im August 1993 in Erinnerung.
 
1996 wurde der vierte Edewechter Bremswagen, der „Red Shadow“- der rote Schatten - gebaut. Viele Hinweise und Tipps, insbesondere von Kamiel Stuer, flossen in den Neubau hinein. Es dauerte gar nicht lange, und der Red Shadow bekamen auch die europäische Abnahme. Und somit war die Startberechtigung auch für ausländische Tractor-Pulling Veranstaltungen sichergestellt.

Seit mehreren Jahren sind die Mitglieder des Trecker Treck-Vereines nicht nur mit der Ausrichtung ihrer eigenen Veranstaltung beschäftigt. Sie sind mit ihrem Bremswagen auf fast allen Tractor Pulling-Läufen in Deutschland vertreten und sorgen dafür, dass die PS-Giganten von bis zu 8.500 PS zum Halten gebracht werden. Ebenfalls im Jahre 1996 wurde Stefan Wiechmann als 1. Vorsitzender des Trecker Treck Vereines gewählt. Er sieht sich nicht als Chef, sondern als Koordinator, der das Ganze zusammen hält, ihm ist die Gleichberechtigung aller Mitglieder wichtig. Nicht der einzelne, das gesamte Team steht bei ihm im Mittelpunkt. Für den TTE zählt die Qualität auf anderen und der eigenen Veranstaltung, Worte wie Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit spielen eine große Rolle. Dies zeigt sich auch daran, dass im Verein kaum ein Mitgliederwechsel stattfindet.

1998 kam es zu einem größeren Unfall. Zehn Zuschauer wurden verletzt, als eine der beiden Flugzeugturbinen eines niederländischen 6.000 PS Tractors mit Namen „Whispering Giant“ explodierte und Turbinenteile in die Zuschauermenge flogen. Rundfunk- und Fernsehsender aus dem In- und Ausland berichteten über diesen Vorfall. Daraufhin erfolgten umfangreiche Änderungen im Sicherheitsbereich. Seitdem ist es zu keinem größeren Zwischenfall bei Tractor-Pulling Veranstaltungen mehr gekommen.

2001 gab es die ersten vagen Überlegungen, zu einem Neubau eines Bremswagen`s. Da die „Oma“ nicht mehr in den besten Jahren war, wurde es langsam Zeit sich was neues zu beschaffen. Die Erfahrungen mit der „Oma“ und dem „Red Shadow“ hatte man nun auch, und das Wissen wollte man jetzt auch in den Neubau mit einfließen lassen. Als sich dann alle einig waren, wurde aus dem Team dann Jäger und Sammler. Insbesondere der Wunsch nach einer Tandemachse ohne Außenplaneten stellte sich als Problem heraus. Wie so oft wird man dann in solchen Fällen eher bei unseren Holländischen Nachbarn fündig. Abseits einer ca. 3 Meter hohen und 20 Meter langen „Wand“ aus verschiedensten Achsen und Achsteilen wurde doch noch eine Scaniaachse, die exakt den Vorstellungen entsprach, gefunden. Aus der „Achswand“ wurde dann auch noch eine Rockwell Achse für den Backantrieb gefunden. Aus einem 10 Meter breiten und 5 Meter großem „Getriebehaufen“ wurde zudem noch ein passendes Getriebe und ein Allrad Verteilergetriebe gefunden. Länger dauerte die Suche nach dem gewünschtem Deutz Motor, der als Antrieb dienen sollte. Nach mehreren Misserfolgen , erfuhren wir von einem fast ausgeschlachtetem Mengele Häcksler. Keine zwei Wochen später stand der Motor in der TTE – Werkstatt. Noch auf dem Anhänger stehend ( mit einer umgedrehten Radkappe als Tank und `nem Überbrückungskabel vom LKW ) der erste Probelauf. Das Gerät läuft !!!!!!!!!!!!!!

 

Im Dezember 2004 erhielt der Verein einen schweren Schicksalsschlag.

Unsere langjähriges und treues Mitglied Egon Kruse wurde bei einem Arbeitsunfall tödlich verletzt. Er hat unseren Verein geprägt und das Tractor Pulling wirklich gelebt und geliebt. Wir haben ihm viel zu verdanken und werden ihn nie vergessen!

 

Am 21.05.2006 war es dann endlich soweit: Zum vierten Deutschen Meisterschaftslauf in Seifertshofen stand der neue Bremswagen dann das erste mal auf der Bahn. Sein Name: Red Shadow SE ( Second Edition )

Sein ersten Einsatz bestand er mit bravur und bekam auch gleich Ende der Saison 2006 von der ETPC die höchste Abnahmestufe, die Gold-Einstuffung. Somit ist ein internationaler Einsatz auf allen Läufen in Europa ab der Saison 2007 möglich gewesen. In Fahrerkreisen wie auch bei Veranstaltern und Pullingexperten gilt der SE zur Zeit als bester Bremswagen Europas. Seitdem  sind wir in der Saison immer quer durch Europa unterwegs. Von Finland bis Italien, von den Niederlanden bis Ungarn haben wir schon so ziemlich jedes Land mit dem Einsatz unserer Bremswagen auf Europameisterschaften, Euro-Cup ( Champions League der Tractor Puller ) wie auch nationale Meisterschaftsläufe unterstützt.

 

 

Am 11.06.2006 wurde unser „alter” Bremswagen, Namens „Oma” an einen Motorsportclub verkauft.

 

 

Im Frühjahr 2007 waren wieder ein paar Mitglieder des TTE in den USA unterwegs um sich dort mal ein paar Bremswagen genauer anzuschauen. So langsam juckte es in den Fingern, war doch für den Herbst der Umbau des alten Red Shadow geplant. Hier wollte man ein paar Ideen sammeln, die vielleicht auch bei unseren Bremswagen umzusetzen sind. Ideen gab es genug nach der Rückkehr. Jetzt hieß es Augen und Ohren offen halten und Teile sammeln. Auch waren wir wieder zu Gast im ZDF Fernsehgarten. Mit ein paar Teams der DTTO hieß es Tractor Pulling live im Fernsehen zu zeigen. Es war eine grosse Herausvorderung, aber alle anwesenden haben diese Sache mit bravur gemeistert.

Im Winter 2007 wurde dann der erste Red Shadow komplett umgebaut. Grund hierfür war ein neues Reglement der ETPC für die Bremswagen. Es gab viele Änderungen u.a. bei den Sicherheitseinrichtungen. Die Umbauten mussten von allen Bremswagenteams für die neue Saison 2008 erfolgen. Andernfalls hätten wir mit dem Bremswagen nicht mehr starten dürfen. Schnell wurde uns klar, das ein paar Änderungen in der Elektrik und Aufbau nicht reichen würden. Man enstschied sich das Hinterteil, also den Fahrerstand und die Kufe zu behalten. Diese Teile wurde dann an einem komplett neuen Rahmenbau verwendet. Auch die Elektrik und Hydraulik wurde bei der Gelegenheit gleich auf den neusten Stand gebracht. Wir schaften es in nur knapp 6 Monaten einen eigentlich komplett neuen Bremswagen zu bauen. Viele Tage und Nächte gingen hier in der Werkstatt drauf, aber alle waren sich einig, wir schaffen das. Und so war es dann auch. Pünktlich zum Saionstart in Füchtorf, am letzen Wochenende im April, stand er auf der Bahn und funtionierte auch gleich  ziemlich einwandfrei. Ein paar Kinderkrankheiten galt es noch auszutreiben, auch wurde die eine oder andere Kleinigkeit am Bremswagen noch im Laufe der Saison geändert. Er bekam weiterhin die Gold Abnahme durch die ETPC und wir konnten in eine, für uns sehr erfolgreiche Saison 2008 starten. Größere Defekte blieben aus, nur die üblichen Wartungen und Austäusche nach den Läufen standen an.

Durch das neue Reglement für Bremswagen war jetzt ein automatisches Notaus Pflicht. Also setzten sich unsere Elektriker zusammen und überlegten wie man das sicher hinbekommt. In Zukunft sollte das Notaus automatisch ausgelöst werden, sobald die Back auf dem Bremswagen stehen bleibt oder erst gar nicht los geht. Somit sollte vermieden werden das die Tractoren schon zuviel "Speed" haben bevor der Bremswagenfahrer dies überhaupt bemerkt und manuel den Notaus auslöst. Natürlich haben wir das gelöst und unser Notaus System ist mitlerweile weltweit im Einsatz, da auch andere Bremswagenteams hiervon überzeugt sind.

Ein richtiges Highlight war für uns als wir im Frühjahr 2008 auf der Jahreshauptversammlung der DTTO e.V. zum "Puller des Jahres" gekührt worden sind. Kein anderes Bremswagen-Team in Europa hat dies bis jetzt geschafft! Unsere jahrelange Arbeit wurde dadurch belohnt und gewürdigt. Bis zum heutigen Tage sind wir stolz auf diese Auszeichnung, da diese eigentlich nur für die Tractor Teams vorgsehen war.

Mit dem Team ABC Bruns  ging es auf die New Holland Feldtage in Hildesheim. Eine echt gelungende Sache, wir testeten auch gleich mal ein paar Landmaschinen. Aber hier konnten wir den Landwirten vor Ort auch mal zeigen was mit einem Trecker noch so möglich ist, außer landwirtschalftliche Arbeiten. Das Team Bruns hatte ihren Sportklasse Tractor Blue Wum und den Pro Stock Blue Wendelin im Gepäck sowie Klaus Blank mit seinen Diesel Super Stock Fiat Super Agri und dem Pro Stock Blue Rasch. Die Fachleute waren sehr interessiert an der ganzen Technik. Aus der freien Klasse waren noch Isotov 1 und 2 mit dabei.Sie zeigten dann noch was in der freien Klasse möglich ist.

Der Winter 2008 brachte viel Arbeit in der Werkstatt mit sich. Beim Red Shadow SE änderten wir das Antriebskonzept der Back. Die umgebaute LKW Achse, die als Backantrieb und Umlekung der Ketten dient wurde abermals verstärkt. Hatten wir doch im Laufe der Saison immer wieder Probleme gehabt. Der Backantrieb zum zurückfahren der Back wurde auch geändert. Diverse Getriebe mussten abgedichtet werden. Bei der Durchsicht stellte sich heraus das die letzten 2 Jahre dem Red Shadow SE schon ordentlich zugesetzt hatten. Kein Wunder bei weit über 25 Veranstaltungen und nur Europas Top Tractoren an der Kette, da leidet das Material besonders. Auch am alten Red Shadow standen noch diverse Änderungen an. Nach dem kompletten Umbau waren wir noch nicht ganz mit dem Brems- und Fahrverhalten zufrieden. Zusätzlich bauten wir noch eine eigene Bahnwalze, diese sollte bis zu unserer eigenen Veranstaltung fertig werden, was auch klappte. Klein, kompakt und wendig war die Devise und trotzdem ein gutes Gewicht. Diese ist mit Gewichten balastierbar bis 2,5 Tonnen. Seitdem haben wir jetzt eine Bahnwalze mit im Angebot.

Die Saison 2009 verlief sehr gut für uns. Der Terminkalender war wieder prall gefüllt. Unsere Veranstaltung in Edewecht verlief nicht ganz so gut. Mussten wir doch am Sonntag ein dickes Regenschauer in der Mittagszeit über uns ergehen lassen. Nach 1,5 Stunden dachte man schon über einen Rain Out nach. Aber als wir diesen Gedanken hatten muss der liebe Gott ein einsehen mit uns gehabt haben. Der Himmel klarte wieder auf und wir konnten die Veranstaltung weiter durchziehen. Es folgte noch ein weiteres, kleines Regenschauer. Als der letzte Tractor gefahren war öffnete der Himmel dann sein Wolken. Gott sei Dank konnten wir die Veranstaltung zuende fahren.

Im Winter 2009 gab es wieder mal jede Menge Arbeit in der Werksatt, eigentlich nix neues bei uns. Bloß dieses mal soviel wie schon lange nicht mehr und wo auch keiner mit gerechnet hatte! Wie schon beschrieben war der Red Shadow SE in den letzten 3 Jahren ganz schön gefordert worden. Der Rahmen zeigte erste Schwächen. Also wurde er erneuert und zusätzlich noch verstärkt. Es hieß Kufe und Bremswagen trennen, Achse entfernen und einen Teil der Träger vom Hauptrahmen erneuern und verstärken. Die Backrollen wurden auch geändert, als Lagerung hatten wir uns damals für Messingbuchsen entschieden. Diese waren aber sehr Verschleissanfällig. Also wurden die Backrollen auch gleich umgebaut auf Kugellagerung. Die Kufe vom SE wurde dann gleich komplett überholt. War doch schon das vordere Blech verschlissen und von den Kratzern unter der Kufe war auch nicht mehr viel übrig geblieben. Man versuchte auch gleich eine neue Anordnung der Kratzer, um einen schärferen Bremseffekt zu bekommen. Zusätzlich wurde die Kufe noch verkürtzt um durch den Push Down dann mehr Bremsdruck auf der Bahn zu erhalten. Denn eines war sicher, auch die Teams der Tractoren würden in der Winterpause wieder den einen oder anderen zusätzlichen PS finden! Zu aller letzt verbauten wir noch die neue Backbremse in den Red Shadow SE. Die Erfahrungen nachdem Umbau der Bremse im alten Red Shadow waren sehr gut. Dann durfte diese Bremse im Red Shadow SE nicht fehlen. Sie funktioniert sogar so gut, das die Bremse schon an mehrere Bremswagenteams in Europa verkauft wurde.

Der neuere Tieflader aus unseren Fuhrpark bekam eine Grundüberholung. Federung, Bremsen, Stoßdämpfer usw. waren in die Jahre gekommen. Auch bauten wir einen neuen Erdhobel. War der alte doch ziemlich in die Jahre gekommen und zu schmal. Die neue Version wurde dann gleich breiter und stabiler gebaut. Somit war es jetzt möglich die Treckerspuren in einem Zug glatt zu bekommen. Das erspart wieder Zeit beim Bahn glätten. Extra grosse Wassertanks wurden verbaut, somit brauch man nicht ständig Wasser nachtanken wenn die Bahn befeuchtet werden muss.

Die Saison 2010 konnte beginnen, wir schaften alles wieder fertig zu bekommen. Die letzten Schrauben wurden sozusagen festgezogen beim aufladen für Füchtorf. Alles was wir so gebaut, umgebaut und überholt hatten funtkionierte einwandfrei und so wie wir uns das vorgestellt hatten. Während der Saison wurde ein MAN Tandemachsaggregat im Hafen von Rotterdamm angespühlt. Durch Zufall genauso eins was man zum Bremswagenbau benötigen könnte. Also machte man sich mit einem Unimog! auf nach Rotterdam, wer weiß, die kann man ja nochmal gebrauchen. Die Fahrt dorthin wird den Unimog Fahrern ewig in Erinnerung bleiben, Radio und Unterhaltung war unmöglich, war er doch in der guten BW Aussattung mit Geländereifen usw.

Dazu kam doch tatsächlich noch ein ausgedienter und günstiger Iveco LkW. Nach ordentlichen Driftfahrten auf unseren Gelände wurde das Material für gut befunden und alle Teile die man für einen Bremswagenbau benötigt wurden geschlachtet und erstmal ordnungsgemäß eingelagert. Mittlerweile sprach es sich auch in der Pullingscene herum das wir wieder auf Teilejagd sind. Sowas kann man leider nie lange geheim halten. Sollte da etwa eine neuer Bremswagen in Edewecht geplant sein?

Im Winter 2010 wurden erstmal die Wartunsarbeiten an unseren beiden Bremswagen durchgeführt. Das übliche durch gucken stand auf dem Programm, hier und da ein neues Lager, eine neue Welle, hier und dort ein paar Schweißarbeiten. Für mehr war keine Zeit und war nicht nötig. Wie heißt es noch so schön " An jedem Gerücht ist ein kleines bisschen Wahrheit! " Und ja es war soweit, die Bauarbeiten am neuen Bremswagen begannen gleich am Ende der Saison. Die Teile wurden gar nicht so weit weg gelegt, längst wurde über die Saison schon fleissig gezeichnet, diskutiert und konstruiert. 

Sein Name war natürlich klar, Red Shadow TE ( third Edition ). Das große Ziel war mit möglichst wenig Eigengewicht den größtmöglichen Bremseffekt zu erreichen, gar nicht so einfach, aber da kennen wir uns ja mit aus. Lieben die Fahrer doch einen leichten Bremswagen am Start um schnell beschleunigen zu können und um dann ab Hälfte der Strecke langsam und konstant abgebremst zu werden. Die größte Herausforderung war aber eine andere. Ziel war es den Bremswagen in Zukunft ohne Tieflader zu transportieren. Heißt also als Sattelauflieger am LKW angehängt. Nach vielen Gespächen, Papierkram und Treffen mit der TÜV-Nord Niederlassung gab man uns grünes Licht. Auch guckten die Ingineure immer wieder in unserer Werkstatt vorbei, sowas erlebt man ja nicht alle Tage wenn ein Bremswagen entsteht. 2 Jahre Bauzeit waren geplant. Ende April zum Saisonstart in Füchtorf  2012 sollte die Feuertaufe statt finden. Ab jetzt waren die Lichter in der Werkstatt sehr oft und länger als normal eingeschaltet. In unserer Bildgalerie findet ihr dazu eine Fotoserie, daran kann man ungefähr erahnen wieviel Arbeit in so einen Bremswagen steckt. Einen Vorteil hatten wir dabei , es ist unser erster Bremswagen der komplett HICAD gezeichnet ist. Somit konnten die ganzen Blechteile fertig in der Laserbrennanlage zugeschnitten werden. Das ersparte uns eine Menge Zeit, zwar stiegen daurch die Baukosten, nur passte gleich alles viel besser zusammen. Wurden doch die anderen Bremswagen immer per Hand mit Gas und Sauerstoff und auch mit der Flex zurecht geschnitten! Da kann schon mal 1 Millimeter Abweichung entstehen. Hierbei gingen immer mehrere Wochen ins Land bevor man überhaupt mit dem schweißen und zusammenbau anfangen konnte. Das war jetzt nicht mehr nötig.

Die Saison 2011 brachte für den Verein ein ganz besonderes Highlight mit sich! Es hieß 25 Jahre Tractor Pulling in Edewecht! Die Silberhochzeit war angesagt. Es war ein super Wochenende mit Tractor Pulling ohne Ende. Am Samstag wurden zum Jubiläum neben den Garden Pullern auch die Bauern eingeladen. Es hieß Trecker Treck für Jedermann. Ein riesen Erfolg, viele kamen mit ihrem Trecker zum Kräfte messen. Selbst am Abend auf der großen Zeltdisco wurde noch weiter diskutiert wer denn jetzt den stärksten Schlepper im Ammerland hat. Am Sonntag war die komplette Elite aus Europa eingladen, viele internationale Top Teams fanden den Weg nach Edewecht. Sogar ein Minipuller aus den USA war auf der Veranstaltung in Edewecht.  Erstmalig war ein Minipuller aus dem Mutterland des Tractor Pullings in Deutschland, sowas gibt es nur in Edewecht. Die Veranstaltung war der Wahnsinn, bei strahlenden Sonnenschein ist dieses Event noch jeden eine Erinnerung. Die Stimmung war gignatisch. Aber irgendwie fehlten da ein paar Zuschauer auf den Rängen....zu warm? Muss wohl! Die DTTO übergab uns zum Jubiläum einen Ehrenpokal. Das spornt an zu neuen Taten. Die restliche Saison lief für uns sehr gut. Auch waren wir das Jahr in Finnland auf der EM, eine echt tolle Veranstaltung und ein super Gastgeberland.

Winter 2011, es war noch jede Menge Arbeit in der Werkstatt. Unsere beiden Bremswagen mussten wieder die üblichen Überholungen und Wartung bekommen. Stand da noch der neue Bremswagen, sollte dieser doch im April 2012 fertig sein. Während der Saison schafft man dort nicht so viel, muss man doch die anderen Bremswagen immer wieder warten und reparieren. Also im Herbst in die Hände gespuckt und auf ging es.  Neu war das wir selber ein Getriebe entwickelten und bauten für den Back- wie auch Fahrantrieb. Alles kompakt in einem Gehäuse. Hintergrund war die für uns nötigen Übersetzungen zu haben wann die Back vorne ist. Ging man doch mit den bis jetzt genutzten "Fuller Getrieben" immer einen Kompromiss ein. Die Gangsprünge waren teilweise zu hoch. Auch wurde eine eigene Elektrik auf CAN-Bus Basis entwickelt und selbst gebaut. Hier boten sich völlig neue Möglichkeiten der Bremswagensteuerung. Es war in Zukunft möglich auf dem Meter genau z.B. die Kufenabsenkung, Push Down, Geschwindigkeit und noch vieles mehr zu bestimmen. Selbst eine Datenspeicherung der einzelnen Pulls ist jetzt mit an Bord.Während der Bauphase hatten wir immer wieder Besuch in der Werkstatt, selbst aus dem Ausland. Ob aus italien, Niederlanden, Schottland oder Dänemark. Alles waren neugierig was dort in Edewecht entsteht. Das Interesse einzelner Nationen war vorhanden einen Bremswagen wie den Red Shadow TE bei uns zu bestellen bzw. zu kaufen. Dies ist uns aber leider nicht möglich, die Zeit hierfür ist einfach zu knapp und das Privatleben soll ja auch nicht zu kurz kommen.

Und ehe man sich versah war die Saison 2012 da. Trotz desen das die letzten 4 Wochen Tag und Nacht geschraubt wurde war der erste Start in Füchtorf unmöglich. Zum Schluß rennt die Zeit einfach zu schnell. Also wurde sich mit dem guten alten und bewährten Material auf dem Weg nach Füchtorf gemacht. In letzter Minute wurde erst verladen, hatte man doch bis zum Schluß noch alles versucht. Man beschloß dann auch jetzt in Ruhe weiter zu machen und im Laufe der Saison den neuen auf die Bahn zu bringen. So schleichen sich nicht so viele Fehler ein. Im Juli 2012 war es dann endlich soweit. Nach ca. 3500 Arbeitsstunden und etlichen Schweißtropfen hatten wir es geschafft. In Grimmen hatte der Red Shadow TE seine Feuertaufe. Diese bestand er mit Bravour. Auch hatten wir die TÜV-Abnahme bekommen. Ein Tieflader war also in Zukunft überflüssig. 

 

Eine Woche vor unserer Heimveranstaltung ging es mit dem neuen Bremswagen zum Euro-Cup nach Herning ( DK ). Unter den strengen Augen der ETPC mussten wir uns beweisen. Und das taten wir. Positiven Resonanzen waren da, ein weiterer wichtiger Schritt für uns zur Gold Abnahme. In Edewecht dann wieder ein weiteres Highlight. Unser langjähriger Moderator Ulf Schnackenberg hatte sein 20. Moderationsjahr bei uns. Also gab es natürlich einen Ehrenpokal, Präsentkorb und Blumen für seine Frau. Die große Ehrenrunde auf dem Siegerwagen, für ihn und seine Familie, ganz ohne Mikro und einfach mal den Applaus selber genießen. Er war sichtlich gerührt! Der neue Bremswagen Red Shadow TE wurde am Sonntagmorgen tradtionsgemäß durch unsere Bürgermeisterin Petra Lausch getauft. Nun konnte nichts mehr schief gehen, oder? Wie auch bereits in den beiden Jahren zuvor war zu beobachten, weniger Zuschauer in Edewecht. Aber es war auch brüllend heiß, die Wochen davor nur Regen, mitten in den Sommerferien, sollte es daran liegen? Nach 8 Jahren fand die Tractor Pulling EM wieder in Füchtorf auf Deutschen Boden statt. Wir waren mit dem Red Shadow und dem Red Shadow SE dort. Der neue Red Shadow TE durfte noch nicht dabei sein. Ihm fehlte hierfür noch die nötige Gold Abnahme der ETPC. Diese bekommt man erst wenn der Bremswagen und das Team einwandfrei funktionieren. Man muss hierfür mindestens eine Saison einwandfrei fahren und auch auf den Euro Cups wissen was man macht und einstellt. Da wir ja erst seit Juli damit unterwegs waren blieb ihm diese Ehre verwehrt. Aber auch auf dieser EM lieferten wir wieder einen guten Job ab.

Winter 2012, wieder jede Menge Arbeit in der Werkstatt. Der neue Bremswagen lief schon sehr gut. Aber man hat mittlerweile eine gewissen Anspruch an sich selber und somit waren wir mit dem Bremsverhalten noch nicht ganz zufrieden. Die Achsansteuerung für die Hinterachse zum einstellen des Startgewichts wurde verändert. Auf der Vorderachse wurden größere Räder verbaut die das Gewicht besser halten können. Und noch jede Menge weitere Kleinigkeiten, fertig wird man ja bekanntlich nie. Dazu kam noch der alljährliche Unterhalt der anderen Bremswagen und ruck zuck war der Winter wieder vorbei.

Auf ging es in die Saison 2013. Die Änderungen am Bremswagen zeigten ihr positive Wirkung und man war kurz vor 110% Zufriedenheit, weil 100% reichen uns bekanntlich nicht ;-). Und dann endlich, nach 2 weiteren Euro Cups im Ausland und einer bis dahin tadelosen Saison in Deutschland war es endlich soweit. Der Red Shadow TE bekam seine Gold Abnahme. Jetzt durfte auch offiziell auf einer EM und Euro Cup gebremst werden. Die harte Arbeit, die konstante Weiterentwicklung auch während der Saison wurde belohnt und wir waren stolz darauf. 3 Bremswagen mit Goldabnahme im eigenen Fuhrpark. Dazu vielleicht noch interessant zu wissen das es in ganz Europa nur 6 Bremswagen mit dieser Einstufung gibt und 3 davon stehen in Edewecht! Ja, richtig gelesen! Die Heimveranstaltung in Edewecht sollte wieder etwas besonderes werden. Wollte man doch dem Zuschauerschwund entgegen wirken. Man lud wieder absolute Top Tractoren ein. Selbst ein Super Stock aus den USA kam nach Edewecht, wieder eine Premiere in Deutschland und wieder in Edewecht.  Die Stimmung war bombastisch, trotz erneut weniger Zuschauer. Wieder Sonnenschein ohne Ende nach wochenlangen Regen, mitten in den Sommerferien. Was konnte man noch tun? Am Programm lag es nicht, das war mittlerweile Euro-Cup Niveau und wurde sonst so nirgends geboten. Trotz allem blieben die benötigten Zuschauer aus.

Der Winter 2013, was war angesagt? Richtig Werkstattarbeit ohne Ende. Beim Red Shadow TE wurde die komplette Kufe geändert, unsere 110% sollten noch erreicht werden. Eine neues Kratzersystem wurde verbaut. Die Kufenunterseite wurde sozusagen "hohl" gemacht, identisch wie beim Red Shadow SE, damit sich unter der Kufe mehr Erde sammeln kann. Der Deutz Motor musste überholt werden, der Motorlauf wie auch Öldruck ließ zu wünschen übrig. Weitere Kleingikeiten wurden gändert und neue Ideen umgesetzt. Zusätzlich diskutierte man über unsere Veranstaltung. Konnte man doch mit den niedrigeren Zuschauerzahlen nicht mehr wirtschaftlich arbeiten.

Die Arbeiten in der Werksatt waren pünktlich zum Saisonstart 2014 fertig. Zwar zog man wieder die letzten Schrauben beim Aufladen fest, aber das kennen wir ja bereits. Die Änderungen am Red Shadow TE zeigten ihre positive Wirkung. 105 % waren erreicht, schon hatte man aber eine Idee den Bremswagen beim Start noch ruhiger zu bekommen. Winterarbeit war also schon mal da. Während der Saison wäre das nicht so schnell zu ändern gewesen, stand der Terminkalender doch wieder gut voll. Auch ein weiteres, für uns doch schweres Ereigniss stand uns bevor. Unser guter alter Red Shadow war verkauft worden. Im Frühjahr ging die Reise in seine neue Heimat in Süddeutschland. Da es sich hier um Tractor Pulling Aktive handelt wird er dort in guten Händen sein.  Das Jahr 2014 war für die Heimveranstaltung ein schwerer Schlag. Regen ohne Ende, immer wieder. Hatte man sich doch entschieden den Termin in den Mai zu legen. Grund hierfür waren die schwindenen Zuschauerzahlen. Man dachte sich im Mai sind keine Ferien, es gibt keine brüllende Hitze und die Leute wachen gerade aus dem Winterschlaf auf und sind vielleicht Unternehmenslustiger. Ein wenig Regen hatten wir mit einkalkuliert. Das kannte man schon zu genüge aus den August Monaten. Soviel Regen allerdings nicht. Bereits in der Woche beim Aufbau musste ständig unterbrochen werden. Bis Freitagabend war das Gelände noch relativ gut in Schuss. Dann kam in der Nacht Regen ohne Ende. Am Samstag Mittag war das Gelände komplett abgesoffen, das bereits gestartete Trecker Treck für Jedermann musste dann auch abgebrochen werden als es wieder anfing zu regnen. Und es hörte nicht mehr auf. Am Samstag Nachmittag beschlossen wir gemeinsam mit der DTTO "Rain Out" für Edewecht. Ein herber Schlag für uns, auch in finanzieller Hinsicht. Das Gelände stand komplett unter Wasser, bereits jetzt schon enorme Schlammmassen und es waren noch nicht vielen Teams mit ihren LKW's über Gelände gefahren. Unmöglich hier noch was zu machen, auch in Bezug auf die Sicherheit für die Zuschauer! Ende August gab es eine Wiederholung für das Trecker Treck für Jedermann, hoffte man doch den fianziellen Verlust hiermit etwas zu reduzieren. Auch diese Veranstaltung viel wieder ins Wasser. Gegen Abend setzte starker Regen ein, das die Veranstaltung nach noch nicht mal der Hälfte abgebrochen werden musste. Somit war das Veranstaltungsjahr 2014 für den Verein ein Desaster und es bedeute fast den Ruin. Hier wurde aber zusammen gehalten und man stemmte es gemeinsam in die richtige Richtung, es ist und bleibt schließlich unser Hobby, in guten, wie in schlechten Zeiten oder wie heißt das noch so schön? Zum Abschluß der Sasion wurden wir noch vom Team ABC Bruns zur Cold Water Challenge nominiert. War ja der Hype in 2014! Also der Osterschepser Feuerwehr Bescheid gesagt und eine Waschanlage für den Bremswagen gebaut. Dieser musste leider aufgrund Dieselmangel von Hand durchgezogen werden. Es war ganz schön Nass und kalt, aber Spaß hatten wir dabei.

Im Winter 2014 musste es ja in der Werkstatt weiter gehen, allen Rückschlägen zum Trotz. Die Bremswagen mussten wieder flott gemacht werden. Der Red Shadow TE bekam noch weitere Änderungen an der Kufe. Zusätzlich wurde hier noch ein  Hydrauliksystem verbaut wie wir es schon beim Red Shadow SE einsetzten. Wollten wir es ursprünglich aus Gewichtsgründen sparen merkten wir jetzt, das könnten die letzten 5% sein die uns zur Zufriedenheit mit unserer Neuentwicklung noch fehlen. Also wurde das System konstruiert und verbaut. Der Red Shadow SE bekam wieder eine größere Revision. Waren hier und dort doch mehr Teile zum Austausch fällig, der Rahmen wurde genaustens unter die Lupe genommen und nachgebessert. Die Veranstaltung wurde schon geplant oder besser diskutiert. Geht es weiter? Und wenn ja wie, wann usw. ? Das waren Fragen denen wir uns stellten und die es zu beantworten gab.

Die Saison 2015 startete für uns mit vollkommener Zufriedenheit. Die letzten Änderungen am Red Shadow TE waren das "Tüpfelchen auf dem i" welches uns noch fehlte. Der Bremswagen lief jetzt so wie wir es erwartet hatten. Auch die Fahrer waren begeistert. Wir hatten es geschafft. War es doch eine große Herausforderung, da der Bremswagen erheblich von unser jetzigen Bauweise abwich. Die Heimveranstaltung in Edewecht wurde schon über den Winter 2014 komplett neu geplant. Ein neues Konzept musste her. Die Wahl fiel auf eine Abendveranstaltung, nur am Samstag. Tractor Pulling unter Flutlicht mit anschließender großer Zeltparty war der Plan. Statt finden sollte Sie im Juli. Kurz vor Beginn der Sommerferien hieß es wieder: Die Erde bebt in Edewecht! Und sie bebte und zwar nicht zu knapp. Das Konzept der Veranstaltung wurde angenommen. Die Zuschaueränge waren so voll wie schon lange nicht mehr. Die Stimmung war grandios. Waren jetzt in der Dunkelheit die Flammen über den Auspuffrohren zu sehen. Der Moderator Ulf Schnackenberg brachte die Menge zum toben. Dazu kamen spektakuläre Pulls und ein Wettkampf um jeden Zentimeter. Die Bahn verlangte den Fahrern alles Können ab. Noch heute spricht man über dieses Event. Wir hatten die richtige Entscheidung getroffen. Auch der Wettergott war uns wohl gesonnen. Kein Regen, nicht zu warm, ideales Pullingwetter. Auf der anschließenden "Puller Party" im Festzelt wurde bis in den frühen Morgenstunden ausgiebig gefeiert. Auch das Zelt war voll bis zum geht nicht mehr. Die Leute die nicht mehr rein kamen feierten einfach vor dem Zelt. Die Veranstaltung hat uns richtig Spaß gemacht. Nach den Rückschlägen im letzten Jahr haben wir neuen Mut gefasst und es wird weiter gehen. Edewecht 2016 heißt auch die 25. Veranstaltung für uns, die Silberhochzeit steht an.

Im Winter 2015 war es dann endlich soweit. Ein langersehnter Traum von uns ging in Erfüllung! Wir bauten uns ein Wohnmobil. Unser Bernd Ahlers hatten einen seiner Lkw aussortiert und das war für uns die Gelegenheit. Also kurz verhandelt und schon stand der MAN 8.224 bei uns in der Werkstatt und wurde entsprechend unseren Bedürfnissen umgebaut. Ist es doch wesentlich schöner und entspannter sich in einem Wohnmobil auf den langen Fahrten zu entspannen. Der TÜV spielte auch mit und somit haben wir 9 Sitzplätze eingetragen bekommen. Schlafraum haben wir jetzt für 7 Leute. Waren die 4 Plätze in unserem alten Wohncontainer doch ab und zu knapp bemessen. Mitte Mai war soweit alles fertig und wir konnten gleich eine große Tour nach Schweden damit fahren. Ohne Probleme meisterte unser Red Shadow TC ( Team Camper ) seine erste Fahrt. Und alle waren begeistert. Genauso haben wir uns das vorgestellt. Mann kann es sich jetzt richtig schön gemütlich machen und kommt wesentlich entspannter zum Ziel irgendwo in Europa.

Die Saison 2016 verlief für uns wieder gut. Hier und da holte uns mal der Defektteufel ein. Das bleibt aber auch leider nicht aus. Wenn man mal überlegt was dort so am Bremswagen für Kräfte ziehen und das ganze dann ca. 80-120 Züge pro Tag, das geht aufs Material.

Unsere Heimveranstaltung in Edewecht, die 25. Veranstaltung, ja wie soll man es beschreiben. Mit Worten ist das echt schlecht zu formulieren. Die Stimmung war wieder Wahnsinn und wir behaupten mal noch eine Steigerung im Gegensatz zum letzten Jahr. Die Zuschauerränge waren voll und alle feierten die spektakulären Pulls auf der Bahn. Zum Jubiläum gab es auch wie versprochen ein Highlight. Ein paar Niederländische Teams hatten sich mit ihren Lkw's in Richtung Edewecht auf gemacht und zeigten den Leuten mal was man mit einen Lkw noch so machen kann. Damit kann man auch vor dem Bremswagen. Und aus so einem Motor 2500 PS raus holen, auch kein Problem. Die Zuschauer staunten nicht schlecht wenn die Lkw's ihre Nase steil in den Wind stellten vor unserem Bremswagen. Ein Wahnsinnsshow, die Zuschauer waren begeistert. Nach der Veranstaltung dauerte es noch ewig bevor das Fahrerlager leer wurde, wollte man sich diese Monster doch nochmal genau aus der Nähe angucken. Auch die Teams waren begeister, solch eine Stimmung haben sie noch nie erlebt wie in Edewecht. Also weiter geht es 2017, setzen wir noch einen drauf.

Der Winter 2016 hieß für uns jede Menge Arbeit. Beim Wohnmobil gab es noch ein paar Optimierungsarbeiten, fällt einen doch erst auf was noch fehlt oder anderes kann im Praxistest. Bei beiden Bremswagen waren jede Menge Wartungs- und auch Änderunsarbeiten fällig. Es war sogar so viel das es gleich klar war das die Winterpause dafür nicht ausreicht, also hieß es das wichtigste zuerst. Beim Red Shadow TE kamen zu den üblichen Wartungs- und Verschleißarbeiten noch ein neues Kratzersystem unter die Kufe. Die Anordnung blieb dieselbe nur haben wir diesmal unterschiedliche Längen verbaut. Änderungen in der Elektrik und Steuerung beider Bremswagen waren auch fällig. Gab es doch ein paar Neuerungen im ETPC Reglement für Bremswagen. Unter anderem wird jetzt auch der Hydraulik- und Luftdruck während des Pulls mit vom automatischen Notaussystem überwacht. Beim Red Shadow SE gab es die gleichen arbeiten zu erledigen und wir haben die Kufe auch noch neu lackiert. Dazu noch neue Antriebswellen, Lagerungen usw. wurden auch der Sicherheit wegen verbaut. Ursprünglich sollte der komplette Bremswagen in neuer Farbe strahlen aber die Zeit dafür reichte nicht mehr aus. Also blieb der Rest über für die Winterpause nach der Saison. Dazu kam auch noch eine Tür, auch nötig für die neuen Regeln. Der Bremswagen kann jetzt nicht auf "grünes Licht" geschaltet werden wenn die Tür nicht geschlossen ist. Das soll verhindern das der Bremswagen am Start steht und sich kein Fahrer drauf befindet. Wird die Tür geöffnet springt der Bremswagen automatisch auf Rot um. Gleiches haben wir auch in den TE auch verbaut, hier war es nur einfacher da durch die Kabine schon alle nötigen Vorraussetzungen gegeben waren.

Seit vielen Jahren treffen sich Freunde und Mitglieder des TTE allwöchentlich Mittwochs in der "Hütte", einem kleinen Blockhaus mit Theke und Kaminofen. Hier wird geklönt, gefachsimpelt, Bier oder "Charly" (Weinbrand mit Cola) getrunken. Aber auch Ernsthaftes wird hier festgelegt, Arbeit- und Veranstaltungseinsätze werden geplant, auch ausserhalb des Tractor-Pulling Sports. Der TTE beteiligt sich an dörfliche Aktivitäten wie Weihnachtsmarkt, Osterfeuer oder Maibaumsetzen. Damit gibt der Verein das zurück, was er bei der Durchführung seiner Veranstaltung auch erhält, die Unterstützung durch andere Organisationen wie z.B. der örtlichen Feuerwehr oder den Rettungsdiensten. Vieles von dem was der TTE umsetzt, ist nur der Dank für die vielen freiwilligen Helfer, die so etwas erst ermöglichen.